Pflaster, Plattenbelag und Oberflächenbefestigung

Unterbau:

Ganz entscheidend für Pflaster- und Plattenbeläge ist der richtige Unterbau! Dieser ist abhängig vom Untergrund und der späteren Belastung. Der Unterbau dient als Frostschutzschicht und zugleich als Tragschicht, welche die Belastungen durch den späteren Verkehr auffangen muß. Je nach späterer Beanspruchung, sollte der Unterbau zwischen 20 und 40 cm betragen. Für den privaten Bereich bei standfestem Unterboden, reichen meist 20 cm aus. Bei stärkerer Verkehrsbelastung sollte er zwischen 30 und 40 cm betragen.
Der Unterbau wird aus einem Mineralgemisch (Basaltschotter, Lavaschotter oder ähnlichem) in der Korngröße 0-40 erstellt. Dies heißt, es handelt sich um ein Gemisch aus den Korngrößenrößen von 0 mm bis 40 mm.
Nach dem einbringen muß dieses Gemisch mit einem Vibrationsrüttler standfest verdichtet werden. Die Größe des Rüttlers ist ebenfalls von der späteren Belastung der Pflasterfläche abhängig. Das Gewicht dieser Rüttlerplatten sollte, je nach späterer Belastung, von ca. 100kg ab aufwärts liegen. Ist der Unterbau nicht ordnungsgemäß verdichtet, kommt es später zu unschönen Spurrillen und Sackungen!
Beim Bestellen und dem Einbau der Materialien für den Unterbau, muß man bedenken, daß der Mineralschotter, beim Verdichtungsvorgang, bis zu 20% komprimiert wird. Dies bedeutet, wenn sie 25 cm Schotter einbauen, beträgt die Höhe des Unterbaus nach dem rütteln nur noch ca. 20 bis 22 cm. Der Grad der Verdichtung ist vom jeweiligen Material, als auch von der Verdichtungskraft des Vibrationsrüttlers abhängig.
Der Unterbau sollte nach dem Verdichten keine Unebenheiten von mehr als+ – 1cm aufweisen. Größere Unebenheiten könnten sich später auf den Belag übertragen!

Pflasterbett:

Auf dem Unterbau, wird das Pflasterbett erstellt, in welchem das Pflaster verlegt oder versetzt wird. Verlegt werden Betonpflaster, Pflasterplatten und Platten, welche alle die gleiche Stärke, also Dicke, haben. Versetzt wird Natursteinpflaster. Die einzelnen Steine haben eine verschiedene Stärke und jeder Stein wird einzeln mit dem Pflasterhammer versetzt und auf die richtige Höhe gebracht.
Das Pflasterbett wird aus Sand oder Splitt hergestellt. Hierfür sind Körnungen zwischen 0-8mm und 4-8mm angebracht. Das Bett sollte in verdichtetem Zustand eine Stärke von 3cm nicht unterschreiten, jedoch auch nicht stärker als maximal 5cm sein! Beim späteren abrütteln des Pflasters, kann man mit einer Verdichtung, bei einem reinen Sandbett, von etwa 2cm ausgehen, wenn die Einbauhöhe des Bettes zwischen 5 und 6cm unverdichtet betrug. Bei einer gröberen Körnung, wie z.B. 4-8mm, wird eine geringere Verdichtung erreicht. Diese liegt dort bei ca. 1cm. Wobei dies wiederum von der Art des Verdichtungsgeräts abhängig ist.
Praktisch bedeutet dies nun, wenn man ein Pflaster in der Stärke von 8cm verlegen will, baut man das Pflasterbett zwischen 7 und 6,5cm unter der späteren Fertighöhe ein.
Das Pflasterbett wird über Leeren abgezogen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man Schienen einbauen, über welche man den Sand oder Splitt mit Alulatte oder Brett abzieht.(Heizungsrohre oder Vierkantrohre eignen sich dafür hervorragend) siehe Abbildung 1. Dazu spannt man eine Richtschnur auf die Fertighöhe des Belags. Bei 8cm starkem Pflaster werden die Schienen 6,5 bis 7cm unter der Schnur im Sand eingebaut. Bei 10cm starkem Pflaster 8,5 bis 9cm. Sehr wichtig! Nach entfernen der Schienen und vor dem pflastern müssen die Rillen aufgefüllt, dem Pflasterbett angepaßt und geglättet werden!
Eine weitere Möglichkeit ist, über die vorhandene Einfassung das Bett abzuziehen. (Randsteine, Läuferband, etc.) Hierzu wird ein gerades Brett an den Enden entsprechend ausgeschnitten (ausgeklinkt) siehe Abbildung 2. Auch hier muß man die anschließende Verdichtung durch das Abrütteln bedenken. Das Brett darf also nicht um die gesamte Materialstärke des anschließenden Belags ausgeklinkt werden. Bei 8 cm starkem Belag etwa 6,5 bis 7cm ausschneiden, bei 10cm Belagstärke zwischen 8,5cm und 9cm ausschneiden.
Bitte nicht über das fertige Pflasterbett laufen. Sollten Sie aus irgendeinem Grund in der Mitte der Fläche mit dem Pflastern anfangen müssen (z.B. um den Mittelpunkt eines Kreises anzulegen) legen Sie Bitte Schaltafeln oder Gerüstbohlen auf das Pflasterbett um sich darauf zu bewegen.
Eine Einfassung des Pflaster oder Plattenbelags ist bei befahbaren Flächen besonders wichtig. Zwar werden die Belastungen auf den Unterbau übertragen, aber durch das Drehen der Räder wirkt auch eine Kraft nach den Seiten. Ist keine feste Einfassung aus Randsteinen, Läuferbändern oder ähnlichem vorhanden, wird sich der Belag verschieben!

by Chaos-Boy

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