Verlegen von Rechteckpflaster

Warum Rechteckpflaster?

Rechteckpflaster wird häufig auf größeren Flächen verlegt,da dies  einfach zu Verlegen ist und im Gegensatz zu anderen Pflasterarten sehr  schnell geht. Es kann bei Fußwegen oder Straßen verwendet werden. Jedoch ist bei diesem Pflaster darauf zu achten,dass die Belagstärken  je nach Belastung bzw. Verwendungsort gewählt werden müssen. Rechteckpflaster mit einer Belagstärke von 8cm kann bei Fuß- Radwegen  oder Straßen mit normalem PKW Verkehr verwendet werden. Wird die Straße oder der Platz hingegen von PKW und LKW befahren sollte  die Belagstärke 10cm betragen und bei Schwerlastverkehr sogar 12cm.

 

Benötigtes Werkzeug

Für diese Arbeiten werden  Schaufeln, Spaten, Schnurnägel, Maurerschnur, Simplex, Holz- Alulatten, Kantholz, Schnurnägel, Fäustel, Wasserwaage, Richtscheit  benötigt. Nicht zu vergessen die Baustoffe (Rechteckpflaster,HKS 0/45,Rheinsand  0/2 und Rechteckpflaster mit den Maßen 20x10x8cm),welche man sich  direkt zur Baustelle liefern lassen kann. Man sollte jedoch vorher berechnen in welchen Mengen dieses benötigt  wird und bei der Berechnung des Rechteckpflaster immer einen Verschlag  von 10% mit einbeziehen.

 

Schichtaufbau

Der Schichtaufbau bei normaler PKW Belastung sollte eine Dicke von 30cm  haben. In diesen Schichtaufbau wir die Belagstärke (8cm) und die Bettung für  diesen Belag  (3-4cm) mit einbezogen. Die restlichen verbleibenden 18-19cm werden für die Tragschicht genutzt  welche aus HKS 0/45 gebildet wird.

 

Einmessen der Fläche

Sind noch keine Einfassungen vorhanden an welche man sich halten  kann,muss die Fläche zuvor vermessen bzw. eingemessen werden und Höhen  abgesteckt werden.Dies geschieht mit Hilfe von Schnurnägeln und  Maurerschnur. Die Höhen holt man sich von bereits gegebenen Flächen,welche  Türschwellen,Grenzsteine oder Kanaldeckel sein können. Ein Gefälle von wenigstens 1% sollte dabei Berücksichtigt werden,denn  dieses dient dazu,dass sich auf der Fläche kein Wasser staut sondern  dieses Entwässert wird. Das Gefälle kann man mit der Wasserwaage kontrollieren. Bei einer 1m langen Wasserwaage entspricht 1% genau 1cm. Sind die Höhen ermittelt,kann man diese auf das Schnurgerüst welches  die Größe der Fläche vorgibt übernehmen.

 

Auskofferungsarbeiten

Um die Tragschicht einzubauen,muss man auf eine Tiefe von 30cm  Auskoffern,dies kann man je nach Größe der Fläche per Hand oder mit  einem Bagger machen. Den Aushub kann man entweder vorerst Lagern oder direkt in Container  verladen,welche später zur Entsorgung abgefahren werden,was die saubere  Variante ist. Um zu kontrollieren ob man die richtige Tiefe erreicht hat,kann man von  eventuell vorhandener Randeinfassung zur anderen eine Schnur spannen  und an dieser an mehreren Stellen herab messen,oder falls diese nicht  vorhanden ist,legt man eine Schnur,Holz- oder Alulatte auf die  gegenüberliegenden Kanten und richtet diese mit Hilfe einer Wasserwaage  Waagerecht aus und misst den Abstand vom Boden zur Unterkante der  Holz-Alulatte oder Schnur.

 

Einbau der Tragschicht

Der Untergrund für die Tragschicht sollte gegebenfalls verdichtet  werden,falls er nicht Standfest genug sein sollte. Sind die erforderlichen Höhen erreicht,kann man damit beginnen die  Tragschicht einzubauen,diese besteht aus einer 18-19cm dicken  Schicht  HKS 0/45. Man kann alternativ auch RC (Recyclingschotter) verwenden,jedoch ist  bei diesem darauf zu achten,dass es ein GS (geprüfte Sicherheit) Siegel  hat. Denn bei RC-Schotter kann es vorkommen,dass Ton enthalten ist,welcher  nach einer Zeit Zermürbt und es zum absacken der Flächen führt. Ist der Schotter eingebaut,wird er entweder mit dem Harkenrücken oder  mit einer Schaufel zu einer möglichst ebenen Fläche verteilt,so dass  keine Mulden entstehen,denn die Beschaffenheit der Tragschicht ist für  die spätere Standfestigkeit des Pflaster von besondere Bedeutung. Dabei ist jedoch zu beachten,dass das benötigte (falls benötigt)  Gefälle mit in das Schotterplanum einbezogen wird (Das Gefälle dient  zur Entwässerung der Fläche).   Anschließend wird der Schotter mit einer Rüttelplatte standfest  verdichtet. Beim abrütteln ist darauf zu achten,dass von außen nach innen gerüttelt  wird,um Wellen in der Tragschicht zu vermeiden. Am Rand kann man den Schotter mit einem Handstampfer verdichten um  gegebene Randeinfassung nicht zu beschädigen.

 

Einbau der Ausgleichsschicht

Die Ausgleichschicht besteht aus einer 3-4cm dicken Schicht Rheinsand  0/2,in diesen Sand werden nun Abziehstangen angebracht. Diese werden auf 7cm unter Kante angebracht,so dass die gelegten  Rechteckpflastersteine 1cm über die Kante stehen.Dieser Zentimeter ist  der Rammschlag.Der Rammschlag ist die Höhe,die die Steine sich noch mit  der Vibrationsplatte runterrütteln lassen. Die Abziehstangen werden in die Ausgleichsschicht eingelegt und mit dem  Simplex oder dem Fäustel mit kurzen leichten Schlägen eingeschlagen bis  sie auf Höhe sitzen. Anschließend nimmt man eine Holz- oder Alulatte legt diese quer über  die Abziehstangen und zieht den überschüssigen Sand ab. Ist dies geschehen,sollte man die abgezogene Fläche weder betreten noch  befahren,da sonst das abgezogene Planum zerstört werden würden. Das Pflaster wird aus diesem Grund auch immer vorwärts eingebaut,da so  nicht mehr über die Fläche glaufen werden muss.

 

Einbau des Rechteckpflasters

Das Rechteckpflaster wird vorwärts eingebaut. Man beginnt an einer Seite und arbeitet sich zur anderen vor. Bei dem Verlegemuster im Reihenverband wird von Reihe zu Reihe jeweils  mit einem halben Stein und dann mit einem ganzen begonnen.Das Pflaster  wird nur in das Pflasterbett eingelegt. Stellen an denen kein ganzer Stein passt,werden ausgelassen und später  für diese Lücke mit dem Nassschneidetisch mit einem  Diamantschneideblatt passende Stücke geschnitten,diese Stücke können  mit Ölkreide auf dem Stein angezeichnet werden. Dieses wird über die gesamte Fläche fortgeführt,bis sie komplett mit  Pflastersteinen zugelegt ist. Bei dem Einbau kann man zur Sicherheit noch Schalbretter auf der  bereits gelegten Fläche ausbreiten und sich auf diese Stelle um ein  Absacken oder Krummtreten der Steine durch punktuelle Belastung zu  vermeiden. Um Reihenweise die Flucht der Steine zu überprüfen,kann man dies  entweder mit einer Maurerschnur oder mit einer Holz- bzw. Alulatte  machen. Wenn die ganze Fläche zugelegt ist,gilt es diese mit Fugenmaterial  einzustreuen (Rheinsand 0/2) dieses wird in die Fugen mit einem Besen eingefegt. Restliches bzw. überschüssiges Material wird dann von der Fläche  entfernt. Die Ränder werden, wenn keine Randbefestigung (Haus-,  Garagenwand,Randeinfassung) vorhanden ist, mit Kanthölzern und  Schnurnägeln gegen Verrutschen fixiert.

 

Abrütteln

Die ganze Fläche wird dann mit einer Vibrationsplatte abgerüttelt um um  dem Pflaster festen Halt zu geben.Beim abrütteln ist darauf zu  achten,dass von außen nach innen gerüttelt wird,damit keine Wellen im  Pflaster entstehen. Je nach Beschaffenheit und Güte des Steines,kann man unter die  Rüttelplatte eine Gummimatte anbringen um das abplatzen des Pflasters  zu vermeiden. Auch ist die Fläche nun erneut zu verfugen, denn durch die Vibrationen  ist das Fugenmaterial gesackt und neue Fugenöffnungen sind entstanden  welche geschlossen werden müssen.

by S.S.

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