Verlegen von Natursteinpflaster

Vor dem Baubeginn

Zuerst gilt es die benötigten Werkzeuge und Materialien griffbereit zu haben,dazu gehören für die Auskofferungsarbeiten Spaten,Schaufel,Schubkarre,Spitzhacke und gegebenfalls bei größeren Flächen auch ein Bagger oder ein Radlader. HKS 0/45 und HKS 0/22 für die Tragschicht,Dolo-Sand 0/5 für die Ausgleichsschicht. Um den Naturstein zu setzen benötigt man Setzwerkzeug dazu zählen Wasserwaage,Richtscheit,Pflasterfinne,Maurerkelle.

 

Auskoffern

Zuerst gilt es dort wo der Gehweg erbaut werden soll auszukoffern. Für einen Gehweg der nur selten befahren wird,reicht es 30cm auszukoffern. Den Erdaushub kann man entweder in Containern lagern und von einer Baustoffverwertungsfirma abfahren lassen,oder diesen für Erdanschlussarbeiten nutzen.

 

Einmessen der Fläche

um die Fläche einzumessen,erstellt man ein Schnurgerüst und überträgt die Höhen von bereits vorgegebenen,dies können z.B. Kanaldeckel.Türschwellen oder Randeinfassungen sein. Von diesen aus übertragt man die Höhe mit Hilfe der Maurerschnur auf die Schnurnägel. Dabei sollte man ein Gefälle von  min. 1-1,5% mit einbeziehen,damit die Entwässerung der Fläche gewährleistet ist. Dieses Gefälle kann man entweder wieder von vorgegebenen Punkten übernehmen oder aber selber einmessen, indem man an die Schnur eine Wasserwaage anhält. Bei einer 1m langen Wasserwaage würden 1,5% genau 1,5cm entsprechen. Nun sind die Höhen auf das Schnurgerüst übertragen und man hat Richtwerte an welche man sich halten kann.

 

Aufschottern

Bevor man mit dem aufschottern beginnt,sollte man sich vergewissern ob der Untergrund auf welchen der Weg erbaut wird auch tragfähig ist,ist dieser es noch nicht so muss man diesen mit der Vibrationsplatte abrütteln. Ist dies mit der Vibrationsplatte nicht möglich,so kann man auch den Grabenstampfer nehmen,mit diesem kann man auch schmalere Wege verdichten. Dann beginnt man mit dem aufschottern,auch hier muss man wieder eine ca. 4cm dicke Schicht für die Ausgleichschicht einbeziehen und dann noch die Dicke des Materials welche bei Natursteinpflaster unterschiedlich sind folgende gelten jedoch als Richtwerte:

Großpflaster: 13-15cm; 16-17cm
Kleinpflaster: 7-9cm; 8-10cm; 9-11cm
Mosaikpflaster: 3-5cm; 4-6cm; 5-7cm; 6-8cm

Geht man nun davon aus,dass man ein Kleinpflaster mit den Maßen 7-9cm verbaut,kann man eine ca. 17cm dicke Tragschicht einbauen. Diese kann z.B. aus 10cm HKS 0/45 und 7cm HKS 0/22 bestehen. Baut man diese Schichten ein,so muss man diese entweder mit dem Hakenrücken oder mit einer Schaufel eben verteilen,so dass keine Unebenheiten oder Mulden entstehen. Hat man die erste Schicht,bestehend aus HKS 0/45,eingebaut,so muss diese mit der Vibrationsplatte abgerüttelt und Standfest verdichtet werden. Anschließend wiederholt man das ganze mit der zweiten Schicht,welche aus HKS 0/22 besteht.

 

Abrütteln

Abgerüttelt wird das ganze je nach breite des Weges entweder mit einem Grabenstampfer,einer Vibrationsplatte oder per Hand mit einem Handstampfer. Ist der weg etwas breiter,sollte man darauf achten,dass immer von außen nach innen abgerüttelt wird,damit in das Schotterplanum keine Unebenheiten oder Wellen eingebaut wird.

 

Einbau der Ausgleichschicht

Die Ausgleichschicht kann aus verschiedenen Materialien bestehen,jedoch sollte man sich für eine entscheiden und nicht mehrere in einem Weg verbauen. Diese Ausgleichschicht kann z.B aus Splitt 2/5, Rheinsand 0/2, Dolomitsand 0/5 oder einer Mörtelmischung (Rheinsand 0/2 mit Zement im Mischungsverhältnis 2/5) bestehen. Die Ausgleichsschicht wird ca. 4cm dick aufgetragen und ausgeharkt,möglichst jedoch mit dem Harkenrücken,da man sonst mit den Zinken der Harke den zuvor verdichteten Schotter wieder aufwühlen würde.

 

Einbau des Natursteinpflasters

Das Natursteinpflaster wird anders als das Rechteckpflaster Rückwärts eingebaut das heißt,dass man in der Bettungsschicht kniet und das Pflaster einbaut. Natursteinpflaster baut man am besten alleine ein,da jeder ein anderes Fugenbild Pflastert. Dies wird schnell sichtbar und macht optisch einen nicht so schönen Eindruck. Es sei denn bei größeren Flächen,dort eignet es sich in einer Kolonne zu Pflastern,jedoch sollte dabei eine eingespielte Kolonne zusammenarbeiten. Der Naturstein wird mit einer Pflasterfinne in die Bettungsschicht eingeschlagen,um zu kontrollieren ob man die Flucht einhält und keine Überbögen oder Unterbögen einbaut kann man eine Schnur von der einen zur anderen Randeinfassung spannen oder man hält eine Alu- oder Holzlatte an. Den Stein sollte man 3-4 anschlagen,bis er den richtigen Sitz hat. Ist dies nicht der Fall,so sollte man den Stein nochmal entnehmen und ein wenig Material der Ausgleichsschicht entnehmen. Ist der gesamte Weg zugelegt,sollte man die Fläche nochmal mit einem Kantholz nachschlagen. Nachdem die Fläche noch einmal nachgeschlagen wurde,kann eingefugt werden.

 

Verfugen der Fläche

Nachdem die gesamte Fläche ausgepflastert ist,kann mit dem verfugen begonnen werden. Dieses kann entweder mit einem 2 Komponenten-Fugenmörtel getan werden,welcher sehr teuer ist oder aber mit einer Mörteltrockenmischung,diese wäre die kostengünstigere Variante. Verfugt man die Fläche mit der Mörteltrockenmischung,so muss man diese vorerst mischen,dazu benötigt man Trasszement und Rheinsand 0/2 dieses wird so lange gemischt,bis sich der Zement vollständig mit dem Rheinsand vermischt hat. Dann streut man diese Trockenmischung über die ausgepflasterte Fläche und fegt diese vorsichtig mit einem Kokosbesen ein.Dies wird so lange gemacht,bis die gesamten Fugen mit dem Material gefüllt sind. Das Material was noch auf der Fläche liegen geblieben ist,wird vorsichtig zu einem Haufen gefegt. Nun nimmt man entweder eine Gießkanne mit einer Brause oder einen Wasserschlauch mit einer Düse welche man auf sprühen stellen kann und nebelt die Fläche vorsichtig ein. Während das Wasser auf die Fläche kommt,sollte ein Gehilfe mit dem Kokosbesen die restliche sich auf der Fläche befindliche Mischung von Links nach rechts über die Fugen fegen bis die Mischung komplett ausgespült ist und nur noch ein Wenig Sand zurück bleibt. Diesen kann man später (möglichst wenn die Fläche getrocknet ist,da sonst ein Zementschleier entsteht) von der Fläche abfegen. Nach dem einfugen,die Fläche nicht mehr betreten,bis die Fugen vollständig ausgehärtet sind. Ist noch ein Teil aus den Fugen abgesackt und ein Loch in einer Fuge entstanden,kann man dieses später mit einer kleinen Mörtelmischung nachfugen. Nutzt man den 2-Komponenten-Fugenmörtel,benötigt man dazu einen Quirl und ein Speißfass. In das Speißfass wird das Fugenmaterial eingefüllt und mit dem Quirl ca. 30 sek. durchgerührt ,dann gibt man den Harz dazu und verrührt dieses wieder,bis es eine Schaumige Masse wird. Ist dieses geschehen,schüttet man das Speißfass über der Fläche aus und zieht die Masse mit der Flitsche in einer Kreuzbewegung über die Fugen bis sie vollständig mit dem Material gefüllt sind. Danach den Weg nicht mehr betreten bis die Fugen ausgehärtet sind.

by S.S.

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