Spielplatzbau

Damit Kinder sich in ihrer Freizeit frei entfalten können, gibt es verschieden Spielgeräte die eingesetzt werden. Es gibt für jedes Alter entsprechende Spielgeräte; da gibt es für die Kleinsten zum Beispiel Schaukeln und Klettertürme, die geringe Höhen aufweisen. Seilbahnen, Reifenschwinger und sog. „Seilzirkusse” für die größeren Kinder. Doch in einem Punkt sind alle Spielgeräte gleich: es muss ein bestimmter Sicherheitsbereich freigehalten werden, welcher jedoch von Spielgerät zu Spielgerät verschieden ist. Eine Schaukel zum Beispiel muss einen Sicherheitsbereich von 8 m haben (4 m nach vorne und 4 m nach hinten) und der Auslauf einer Rutsche muss mindestens 2 m betragen. Auch die sog. „freien Fallhöhen” sind immer verschieden (hier: 1.49 m), dürfen allerdings eine bestimmte Höhe nicht überschreiten. Ebenfalls wichtig sind das Fallschutzmaterial und die Einbautiefe des Materials. Zum Einsatz kommen hier zum Beispiel Sand, Perlkies oder Fallschutzmatten für niedrigere Fallhöhen. Perlkies und Sand werden am häufigsten eingebaut und benötigen eine Einbautiefe von 40 cm.

Als erster Arbeitsschritt erfolgt eine Begehung des Geländes auf dem der Spielplatz errichtet werden soll. Immerhin muss geklärt werden, ob das Gelände für die bautechnischen Maßnahmen geeignet ist und ob man es mit Maschinen erreicht und befahren kann.

Kommen wir nun, bevor ich auf die bautechnischen Maßnahmen zu sprechen komme, kurz zum Spielgerät selbst. Da es so viele verschieden Möglichkeiten von Spielgeräten gibt, befasse ich mich jetzt nur mit einem, dem sog. „Seilzirkus” der Firma „Berliner Seilfabrik” Typ „Jupiter”. Diese Spielgeräte gibt es in jeglichen Formen, Farben und Größen, mit Anbauteilen oder ohne. Der Seilzirkus besteht aus einem Stangengerüst, welches mit einem Kletternetz durchzogen ist.

Wie man sieht, werden die einzelnen Stangen mit Kugeln zusammengehalten, an denen später auch das Kletternetz befestigt wird.

Bevor aber das Spielgerät letztendlich aufgebaut wird, folgen noch einige Arbeitsschritte. Zunächst erfolgt das Vermessen. Bei dem Vermessen muss auf jeden Fall der Sicherheitsbereich mit einbezogen werden. Die spätere Spielmulde wird nun grob abgesteckt und ausgekoffert. Dabei ist es sinnvoll, die Fundamentlöcher erstmal außen vor zu lassen und die gesamte Fläche auf eine Höhe auszukoffern. Wie tief ausgekoffert werden muss, richtet sich wie schon erwähnt nach der Einbautiefe des Fallschutzes (eben diese 40 cm). Um zu überprüfen, ob man genug oder zu wenig ausgekoffert hat, nimmt man das Nivelliergerät zur Hilfe. Zuvor sollte man allerdings die Fläche ein wenig planieren, um größere Unebenheiten auszugleichen. Sollte die Tiefe stimmen, wird die Fläche noch mal planiert und evtl. verdichtet (je nach Tragfähigkeit des Bodens). Die Einfassung der Spielmulde muss nicht zwingend mit einer Pflasterrolle versehen werden; es reicht auch, den Boden am Rand der Spielmulde abzuböschen und zu modellieren.

Nachdem die Spielmulde modelliert und planiert wurde, kann man mit dem Einmessen der Fundamentlöcher beginnen. Diese sollten strikt nach Bauplan und sehr genau eingemessen werden, damit später alle Bauteile aneinander passen. Nachdem die Fundamentlöcher markiert wurden, können auch diese ausgehoben werden. Auch hierbei werden die Tiefen der einzelnen Löcher wieder mit dem Nivelliergerät gemessen, um möglichst genau zu arbeiten. Auch die Sohlen der Fundamentlöcher werden anschließend planiert. Um eine bessere Standfähigkeit der einzubetonierenden Pfosten zu gewährleisten, werden Gehwegplatten in die Fundamentlöcher gelegt. Vorsicht: beim Einmessen mit dem Nivelliergerät müssen die Gehwegplatten (5 cm) mit einberechnet werden!

Nun ist man bereit, das Spielgerät aufzubauen. Die Grundfläche des hier beschriebenen Spielgerätes ist ein Quadrat. Um sicherzugehen, dass die Fundamentpfosten wirklich in einem Rechten Winkel zueinander stehen, werden die Fundamentpfosten mit Stangen fixiert. Die Pfosten werden nach Fundamentplan einbetoniert (natürlich senkrecht) und die Stangen erst dann entfernt, wenn der Beton eine gewisse Festigkeit erlangt hat (min. 1 Tag). Die Stangen können nicht drin bleiben, da sie für den weiteren Aufbau benötig werden. Auch die Fundamentpfosten für die weiteren Anbauteile werden nun einbetoniert. Grundsätzlich ist zu beachten, dass für Spielplätze jeglicher Art immer nur C20/25 Beton verwendet werden darf. Da der Beton in frischem Zustand nicht belastbar ist, muss man etwas warten, bis man mit dem weiteren Aufbau beginnen kann. Da das Spielgerät frühesten nach 28 Tagen freigegeben werden darf, hat man also noch genug Zeit, alles weitere zu montieren. Nach Ablauf dieser Zeit kann mit dem eigentlichen Aufbau des Spielgerätes begonnen werden. Die einzelnen Stangen werden nun an die Kugeln geschraubt und ans Ende der Stangen wieder die jeweilige Kugeln, bis das Grundgerüst später so aussieht:

Wenn das Grundgerüst nun steht, wird das Kletternetz eingehängt. Dieses besteht aus einem Teil und wird als Erstes in die oberste Kugel eingehängt und leicht verschraubt. Nun werden die anderen Enden des Kletternetzes in die entsprechenden Kugeln eingehängt und ebenfalls fixiert. Befinden sich alle Enden des Netzes nun in den Kugeln, wird das Netz gespannt, indem man die Fixierungsschrauben fest anzieht. Die Seile der Anbauteile werden mit bestimmten Schellen an den Stangen befestigt.

Abschließend werden noch mal alle Verbindungen und Schrauben auf einen festen Sitz überprüft, die Öffnungen der Kugeln durch eine Gummilinse verschlossen und die Spielebene wieder hergestellt. Nach 1- 2 Wochen (je nach Spielfrequenz) muss das komplette Kletternetz noch einmal nachgespannt werden.

by J.S.

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