Wassergebundene Wegedecke

Wassergebundene Wegedecken gehören zu den Deckschichten ohne Bindemittel. Sie bilden den oberen Abschluß des Oberbaus und sind für Fußwege (z.B. Friedhofswege) und wenig befahrene Verkehrsflächen geeignet. Diese Wege oder Flächen sollten an den Rändern mit Kantensteinen oder Läufern aus Beton- oder Natursteinpflaster eingefaßt werden, um so ein seitliches Abrutschen des oberen Gesteinmaterials zu verhindern.

Die verschiedenen Gesteingemische werden maschinell (z.B. mit Radlader oder Minibagger) oder manuell eingebaut und lagenweise verdichtet. Beim maschinellen Verdichten der einzelnen Schichten empfiehlt sich der Einsatz von Wasser, damit die Nullanteile gut eingeschlämmt werden und ein gleichmäßiges Gefüge entsteht. Der Einsatz von Wasser bei der Verdichtung erhöht den Grad der Verdichtung und somit die Belastbarkeit der zu errichtenden Schichten.

Die Arbeiten beginnen mit einer ca. 40 cm tiefen Auschachtung im Bereich des zu erstellenden Weges oder der zu erstellenden Fläche. Der in 40 cm Tiefe regulär anzutreffende gewachsene Boden muß gleichmäßig ausplaniert werden, evtl. kann noch eine Vliesschicht (180-250g/m²) auf das Planum aufgebracht werden. Dies führt zu einer gleichmäßigeren Druckweiterleitung auf den Unterbau und verhindert das punktuelle Eindringen der Tragschichtgesteine in den Unterbau. Auf das Planum wird eine ca. 20 cm starke Tragschicht aus Schotter, Lava, oder RCL mit der Korngröße 0/45 aufgebracht und verdichtet.

Die sich daran anschließende, ca. 10 cm starke Übergangsschicht aus den selben oder ähnlichen Materialien wie bei der Tragschicht, hebt sich von dieser durch eine geringere Körnung, d. h. ein kleineres Größtkorn ab. Die Korngröße der Übergangsschicht variiert von 0-16 bis 0-32. Aber auch andere Größtkornmaße sind möglich. Zu beachten ist aber eine zur Deckschicht hin abnehmende Korngröße. An die Übergangsschicht schließt sich die Deckschicht an. Diese ist ca. 10 cm stark und kann in zwei Teilschichten unterteilt werden. Die untere der beiden Schichten ist eine ca. 5 cm starke Schicht aus einem Material, das bei Zugabe von Wasser eine bindende Wirkung durch das Zusammenwirken von Ko- und Adhäsionskräften erreicht. Man kann hier z. B. Kalksteingrus verwenden. Die oberste Schicht der Deckschicht ist ebenfalls ca. 5 cm stark und besteht aus einem Gesteinsmaterial (z. B. Lava, Grauwacke, Basalt, etc. ) mit einer Korngröße von 0-4 oder 0-8 (mm). Durch Bewässerung der Deckschicht und zusätzliches maschinelles Verdichten (Abwalzen) wird durch Wirkung der o. g. Kräfte der Zusammenhalt der wassergebundenen Wegedecke ohne chemische Bindemittel erreicht.

Vorteile einer wassergebundenen Wegedecke sind die geringen Herstellungskosten, die gute Begehbarkeit und ein recht naturnahes Aussehen. Auf der anderen Seite sind jedoch auch einige Nachteile zu nennen. Hierzu zählen z. B. die recht hohen Unterhaltskosten. Durch eine nicht zu vermeidende Auswaschung muß von Zeit zu Zeit nachgesandet werden. Bei mangelnder Durchwässerung kann es leicht zu Staubbildung kommen, während bei langanhaltenden Regenfällen Schmutzbildlung bzw. Verschlammung auftreten kann. Auch mechanische Winterräumdienste können die Oberfläche leicht beschädigen.

by A.H.

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