Teichbau (1)

Es gibt viele verschiedene Arten Wasser in Gärten und in der Landschaft einzusetzen. Es gibt zum Beispiel Springbrunnen, Swimming Pools und viele Sorten von Teichen. Da gibt es zum Einen den sog. „Schwimmteich”, eine Kombination aus Teich und Schwimmbecken, wobei der eigentliche Teich die Filterfunktion übernimmt. Um das zu erreichen, werden bestimmte Pflanzen und bestimmte bauliche Konstruktionen benötigt. Dann gibt es noch Tonteiche, die sich im Prinzip nur von den verwendeten Baumaterialien unterscheiden, und Zierteiche, meist mit wertvollen Kois darin.
Entscheidet man sich nun für einen dieser Teiche, müssen im Vorhinein gewisse Fragen geklärt werden. Zum Einen sollte man sich vor Augen halten, dass ein Gewässer Lebensraum für viele Tiere bietet, zum Beispiel Frösche, aber auch lästige Mücken sind an einem Teich vorhanden. Sollte man sich dadurch gestört fühlen, muss man überlegen, ob ein Teich wirklich geeignet scheint. Auch müssen Sicherheitsaspekte geklärt werden.
Befinden sich Kleinkinder oder Haustiere in der Familie? Sollte das der fall sein, muss man bauliche Maßnahmen treffen, um eine Unfallgefahr zu auszuschließen. Dazu gehören zum Beispiel Ausstiegsmöglichkeiten, eine angemessene Tiefe oder einfach nur eine Abdeckung, die über den Teich gelegt wird.
Ist dieses Problem gelöst, muss noch die Standortfrage geklärt werden. Ist genug Platz vorhanden, um den Teich in einer angemessenen Größe zu gestalten? Denn ist der Teich zu klein und zu flach, ist die Gefahr des Umkippens größer, als bei großen tiefen Teichen.
Wird der Teich durch Bäume beschattet, oder ist er den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt? Am besten ist eine Besonnung von 11 Uhr bis 15 Uhr, maximal sollten es jedoch 6 Stunden sein. Wenn der Teich direkt unter einem Baum steht, besteht auch hier, wenn das abgefallene Laub nicht regelmäßig entfernt wird, die Gefahr des Umkippens. Denn durch das organische Material wird der Sauerstoffgehalt des Teiches gestört. Wenn es möglich ist, sollte der Teich am tiefsten Punkt im Gelände angelegt werden, da sich dort bei Regen das Wasser sammelt, und somit dem Teich zu geführt wird.
Sind auch diese Punkte geklärt, wird die endgültige Größe, Tiefe und Form gewählt, wobei große tiefe Teich in der Pflege leichter sind.  Der Form sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt.

Hat man sich nun auf die Form und die Größe geeinigt und ist der Standort klar, legt man die Form grob mit einem Maßband o. Ä. aus. Dann wird die Form mit Stangen abgesteckt und eine Schnur befestigt. Jetzt werden die Höhen ermittelt. Dies kann man mit einer Schlauchwaage oder mit einem Nivelliergerät machen. Hierbei sollte sehr genau gearbeitet werden, denn wenn einen Höhe nicht korrekt ist ( zu niedrig ), läuft dort später das Wasser raus. Dann sollten grob die einzelnen Tiefenzonen ( Sumpfzone, Flachwasserzone, Tiefwasserzone ) markiert werden, damit dies beim Auskoffern berücksichtigt werden kann. Nun werden die einzelnen Zonen ausgekoffert. Dabei ist zu beachten, dass am Rand der Absteckung ein kleiner Wall erhalten bleibt, hinter dem später die Folie befestigt wird.

Den Aushub kann man sehr gut für die Gestaltung eines Bachlaufes benutzen. So muss man den Aushub nicht entsorgen, sondern er wird kostengünstig direkt mit verarbeitet. Nachdem die gesamte Fläche in entsprechender Tiefe ausgekoffert wurde, werden nun die einzelnen Zonen modelliert. Auch hierbei ist zu beachten, dass an den Zonenübergängen kleine Wälle erstellt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Teichfolie dort besser anliegt und nicht nach unten rutscht. Die Übergänge zu den einzelnen Zonen sollten möglichst flach verlaufen, denn sind sie zu steil, hat auch die ein Runterrutschen der Folie zu Folge.
Ist man mit der Modellierung und dem Feinplanum fertig, wird die Fläche mitsamt der Wällen ordentlich verdichtet. Je nach Größe des Teiches erfolgt dies entweder mit einem Handstampfer oder mit einer Rüttelplatte. Die Wälle klopft man am besten mit einer Schaufel fest. Auch der Bachlauf muss verdichtet werden.
Jetzt kann man den Teich vermessen, um zu ermitteln, wie viel Teichfolie benötigt wird. Dazu platziert man zwei Stangen so, dass die Gerade die sich daraus ergibt, durch die längste Stelle des Teiches verläuft. Die Stangen dürfen vorerst nicht entfernt werden. Nun legt man ein Maßband von Stange zu Stange. Es wird nicht strammgezogen, sondern wird dem Zonenverlauf angepasst.

Nun nimmt man ein zweites Maßband und geht in Ein -Meter – Schritten möglichst rechtwinklig von dem anderen Maßband zu den Rändern des Teiches.

Die Werte werden anhand einer kleinen Skizze notiert. Wenn man nun die Teichfolie selber kleben/ schweißen will geht man folgendermaßen vor: Man brauch zunächst mal viel Platz; soviel, dass die Form und Größe des Teiches locker Platz findet. Dann zeichnet man sich sein Gerade ein, die man mit Hilfe der Stangen konstruiert hat. Jetzt werden an dieser Geraden die “Eckpunkte” abgetragen. Man sollte sich übrigens die Gerade markieren, damit man die Folie später richtig in den Teich legt und man nicht noch lange nach der richtigen Position suchen muss. Denn entlang dieser Geraden wird die Folie später gefaltet und auch wieder ausgerollt.
Hat man die punkte nun markiert, kann man die Form grob skizzieren. Dann nimmt man die Folie und legt sie sich so bereit, dass sie die vorgezeichnete Fläche voll ausfüllt. Nachdem die Folie an den Rändern gereinigt worden ist, kann man mit dem Verschweißen anfangen. Dies kann man entweder mit einem Quellschweißmittel machen oder mit einem Heißluftfön. Doch Einzelheiten werden hier nicht erwähnt, da es zu spezifisch ist.

Quellschweißen: Die zu verschweißenden Stück der Teichfolie werden übereinander gelegt (zwischen 2 und 5 cm) und somit von beiden Seiten mit Quellschweißmittel benetzt.

Anschließend werden die beiden Seiten mit einer Gummirolle zusammengedrückt bis sie miteinander verbunden sind. Sollte man sich mit dem Verschweißen allerdings nicht sicher sein, kann man Teichfolie auch in der benötigten Größe bestellen. Doch hier muss korrekt gemessen werden, damit die Folie optimal passt. Bevor nun die Teichfolie in den Teich gelegt wird, sollte man kontrolliere, ob sich keine spitzen Steine etc. im Teich befinden, da diese die Folie beschädigen könnten. Sind diese beseitig, werden der komplette Teich und auch der Bachlauf mit Vlies ausgelegt. Dieser ist ein zusätzlicher Schutz vor Beschädigung der Folie. Man kann allerdings auch eine 5 cm dicke Sandschicht einbauen.

Jetzt wird die Teichfolie entlang der Markierung (die Gerade durch den längsten Punkt) ausgelegt und ausgefaltet. Sie wird also von innen nach außen ausgefaltet. Dann  wird die ggf. noch zurecht gerückt, bis der Teich völlig mit der Folie bedeckt ist. Kleine Falten sollten möglichst vermieden werden; es können eher große Falten gelegt werden.

Dann werden zunächst die Ränder beschwert und die Folie, die über den äußeren Wall ragt wird vergraben/ eingebaut, damit die Teichfolie beim Befüllen des Teiches nicht verrutscht.
Nun kann Kies o .Ä. in den Teich eingefüllt werden. Hierbei muss man sehr vorsichtig vorgehen, damit spitze Steine die Folie nicht beschädigen. Ist die Folie nun damit bedeckt und größtenteils  nicht mehr sichtbar, kann  Wasser eingefüllt werden. Nach und nach werden die einzelnen Zonen befüllt und die zu pflanzenden Pflanzen können gepflanzt werden.
Als letztes wird der Rand des Teiches so verbaut/ bepflanzt, dass die Folie nicht mehr sichtbar ist.

by J.S.

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