Teichbau (2)

Beim Anlegen eines Teiches ist zunächst zu klären, welche Art von Teich es sein soll. Soll es ein Zierteich mit Zierfischen und Zierpflanzen oder ein Naturnaher Teich mit heimischen Pflanzen sein.

 

Genehmigungspflicht

Als nächstes ist zu klären, ob der Teich Genehmigungspflichtig ist. Dies ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Am besten erkundigt man sich darüber bei der zuständigen Behörde (Gemeinde, Kreisverwaltung, Bauamt, Untere Naturschutzbehörde). Teiche mit einem Zu- oder Abfluss aus /in öffendliche Gewässer sind allerdings generell Genehmigungspflichtig, ebenso Teiche mit direktem Zugang zum Grundwasser.

 

Standortwahl

Der Teich sollte mindestens 6 Std. Sonne abbekommen allerdings zur Mittagszeit im Schatten liegen, da er sich sonst zu sehr erwärmt und es einen Sauerstoffmangel geben kann. Allerdings sollte die Lage in unmittelbarer Nähe von großen Bäumen vermieden werden, um einen zu großen Eintrag von organischer Substanz zu vermeiden.

 

Größe

Nun ist zuklären welche Größe, Form und Tiefe der Teich haben soll. Ein Teich sollte mindestens eine Oberfläche von 10 m² aufweisen, damit er ein stabiles biologisches Gleichgewicht aufbauen kann. Außerdem sollte das Verhältnis zwischen Wasserinhalt und Wasseroberfläche ausgeglichensein. Als Richtmaß nimmt man etwa 500 l Wasser /m² Wasseroberfläche. So ist gewährleistet das sich das Wasser bei starker Sonneneinstrahlung nicht stark erwärmt und es keinen Sauerstoffmangel gibt.

 

Form

Grundsätzlich sind unregelmäßige Formen zu empfehlen, da diese natürlicher aussehen und die Ausbuchtung zu einer verlängerten Uferzone führen, wodurch abwechslungsreiche Lebenräume entstehen. Ausserdem sollte er verschiedene Wassertiefen aufweisen, in denen dann verschiedene Lebensräume entstehen.

 

Tiefe

Bei der Tiefe des Teiches ist zu beachten, dass der Neigungswinkel nicht größer als 45°  (Neigungsverhältniss 1:2) ist, da sonst ins Wasser gefallene Kleintiere nicht selbständig wieder herausklettern können. Bei diesen Verhältnis rutscht zudem die Böschung nicht ab und ein bepflanzen ist möglich.

 

Wasserzonen

Sumpfzone: Die Sumpfzone geht bis auf eine Tiefe von 0 – 30cm. Sie sollte etwa 1/3 der Teichoberfläche aufweisen, da hier die biologische Reinigung des Teiches stattfindet.

Flachwasserzone: Die Flachwasserzone grenzt direkt an der Sumpfzone und bildet den größten Teil des Teiches mit einer Wassertiefe von 30 -50cm. Hier ist allerdings nicht so sehr die Einhaltung der Wassertiefe vorrangig, sondern eher, dass auch in einem trockenen Sommer die Pflanzen noch im Wasser stehen.

Tiefwasserzone: Die Tiefwasserzone grenzt direkt an die Flachwasserzone. Die Tiefwasserzone sollte mindestens eine Tiefe von 100cm aufweisen damit die Fische und Amphibien im Winter hier Überwintern können, da sie auch in strengen Wintern nicht bis zum Boden einfriert. Außerdem ist die Tiefwasserzone im Sommer immer recht kühl und sauerstoffreich.

 

Bau eines Teiches (hier Folienteich)

Um eine Vorstellung über die Größe und der Form des Teiches zu bekommen, sollte man als erstes einen Gartenschlauch, Kabel oder ähnliches auf dem Boden auslegen. Hat man dann die gewünschte Form gefunden, wird der Umriss mit Hilfe von Holzpflöcken oder Eisennägeln abgesteckt. Man sollte darauf achten, dass diese tief genug eingeschlagen werden. Anschließend muss nun die Teichhöhe festgelegt werden. Dazu nimmt man am besten den niedrigsten Punkt am Umriss und überträgt ihm mit Hilfe eines Nivelliergerätes auf die Holzpflöcke bzw. Eisennägel (Achtung am besten etwas höher gehen an allen Punkten z.B. 10 cm). Zudem muss jetzt schon der Überlauf eingeplant werden, wo das überschüssige Teichwasser abfliesen kann und beispielsweise in eine Sickergrube fliest.
Nun kann mit dem Ausheben des Teiches begonnen werden, wo man beachten sollte, dass die einzelnen Zonen ca. 30 cm tiefer Ausgehoben werden, um später noch eine 10cm starke Sandschicht unter der Folie und eine etwa 20 cm starke Bodengrundschicht auf die Folie verteilen zu können. Begonnen mit dem Ausheben wird mit der Sumpfzone, dann die Flachwasserzone und zum Schluss die Tiefwasserzone. Für das grobe Ausheben verwendet man bei größeren Teichen am besten einen Minibagger. Bei der feinen Modellierung verwendet man dann einen Spaten oder eine Schaufel. Sollte der Teich terrassiert werden, sollten leichte Mulden auf den einzelnen Stufen errichtet werden, damit der Bodengrund und die Pflanzen nicht abrutschen können. Beim Ausheben sollte man sich, wenn gewünscht, genügend Aushub beiseite legen für evtl. einen Bauchlauf anzulegen.
Nach dem Ausheben und Modellieren des Teiches kommt nun das verteilen einer Sandschicht oder eines Geovlieses. Dazu werden zunächst Steine und scharfe Gegenstände entfernt, da diese die Folie verletzen können. Anschließend wird nun eine etwa 10 cm starke Schicht aus Sand eingebracht, die dazu dient die Folie zu schützen und den Wasserdruck aufzufangen oder eine synthetische Vliesmatte (min 150g/m²) verteilt. Nun kann damit begonnen werden die Foliengröße zu ermitteln. Dazu legt man ein Maßband dem Profilnach an der längsten Stelle des Teiches aus. Mit einem 2. Maßband misst man dann im Abstand von 1 bis 2 Metern den Abstand zu den Rändern des Teiches, wie in der Skizze gezeigt und trägt diese dann auch wie in der Skizze ein. Zudem muss dann noch an jeder Seite 1 m hinzurechnen werden für den Randeinschlag und für Falten. Nach diesen Maßen kann man nun die Folie für den Teich selber anfertigen oder man schickt diesen Plan ein und lässt die Folie schweißen (in der Regel am sichersten).
Zum Einlegen der Folie in die Grube, breitet man diese am besten zu vor in der Sonne aus, wodurch sie weicher wird. Dann wird sie locker in der Grube ausgerichtet, damit sie sich beim späteren einlassen des Wassers ohne Spannungen der Teichform anpassen kann. Auftretende Falten zieht man so gut es geht glatt. Weit überstehende Ränder können nun schon abgeschitten werden. Der genaue Zuschnitt erfolgt aber erst wenn der Teich mit Wasser befüllt ist.
Nun kann damit begonnen werden, das der Bodengrund im Teich verteilt wird. Am besten eignet sich dazu ein nährstoffreicher, lehmhaltiger Unterboden. Da die meisten Wassserpflanzen flachwurzler sind, reicht eine dicke der Bodenschicht von 20cm aus.
Nach dem Einbringen des Bodengrundes, kann damit begonnen werden, langsam Wasser einzufüllen. Durch das Einfüllen des Wassers fügt sich die Folie dem Aushub an und Luftblasen dücken sich noch zwichen der Folie und der Sandschicht raus. Für das Befüllen des Teiches eignet sich am besten Regenwasser, da es am günstigsten ist. Aber Leitungswasser ist auch geeignet ist nur recht kostbar. Ein unnötiges aufwirbeln des Untergrundes kann vermieden werden, indem das Wasser erst in einen, in der Tiefwasserzone stehenden Eimer, läuft. Sollte das Wasser an einer Stelle trotz sorgfälltiger Arbeit überlaufen, sofern der Wasserstand an anderen Stellen noch zuniedrig ist, kann die Folie dort noch unterfüllt werden.
Während des Befüllens kann schon damit begonnen werden den Teich zu bepflanzen. Zu Pflanzen komme ich später noch. Nachdem der Teich mit Wasser befüllt ist, muss nur noch der Rand gestaltet werden. Für den Rand nimmt man am besten Rollkies, Findlinge oder Platten, da diese kein Wasser aus dem Teich saugen können (Kapillarsperre). Damit keine Folie zu sehen ist, wenn der Wasserstand mal sinken sollte auf Grund natürlicher Vorraussetzungen, sollte die Kapillarsperre bis ins Wasser hinein reichen.

 

Wasserpflanzen für die Sumpfzone

Alisma plantago-aquatica (Gemeiner Froschlöffel)
Caltha palustris (Sumpfdotterblume)
Iris pseudacorus (Gelbe Sumpfschwertlilie)
Scirpus lacustris (Teichbinse)
Typha minima (kleiner Rohrkolben)

Wasserpflanzen für die Flachwasserzone

Orontium aquaticum (Goldkeule)
Pontederia cordata (Hechtkraut)
Sagittaria sangittifolia (Pfeilkraut)
Hippuris vulgaris (Tannenwedel)
Eichhornia crassipes (Wasserhyazinthe)

Wasserpflanzen für die Tiefwasserzone

Nymphaea albe (Seerose)
Stratiotes aloides (Krebsschere)
Lemna minor (Wasserlinse)
Polygonum amphibium (Wasserknöterich)
Potamogeton crispus (Krauses Laichkraut)

Pflegemaßnahmen

Im Idealfall ist an einem Teich nur ein geringer Pflegeaufwand nötig, der darin besteht das Laub, Algen und Wasserlinsen entfernt werden und der Boden einmal im Jahr abgesaugt werden muss. Zudem müssen die Pflanzen zurückgeschnitten werden, dies aber erst im Frühjahr nach dem Frost, da durch die Bewegung der Pflanzen der Teich nicht ganz zufriert und  Faulgase entweichen können.

by M.B.

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