Teichbau aus Naturstein

Genehmigungspflicht

Hat man sich überlegt einen Teich zu bauen, sollte man sich vor Baubeginn darüber informieren ob dies Genehmigungspflichtig ist. Dies ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Darüber kundig machen kann man sich bei der dafür zuständigen Behörde (z.B. Gemeinde, Kreisverwaltung, Bauamt, untere Naturschutzbehörde). Teiche, welche einen direkten Zugang zum Grundwasser haben, sind generell Genehmigungspflichtig. Genau wie Teiche mit einem Zu- oder Abfluss in öffentliches Gewässer.

Grundsätzliche Überlegungen

Nun ist es an der Reihe zu überlegen, an welchem Platz im Garten der Teich erbaut werden soll. Denn es gilt einen geeigneten Platz zu finden an welchem er genug Sonne bekommt, ca. sechs Stunden pro Tag, jedoch nicht in der Mittagshitze der Sonne ausgesetzt ist, da er sich sonst zu sehr erwärmt und dies zu einem Sauerstoffmangel führen kann, was zu starker Veralgung führt. Somit erwartet man einen Teich für gewöhnlich an einem geschützten Punkt im Garten, welcher meist am Rande des Gartens liegt, oder am tiefsten Punkt. Der Teich sollte auch nicht unbedingt neben Bäumen gebaut werden, da dies zu großem Eintrag von organischen Substanzen führen kann. Ist ein Plätzchen gefunden, gilt es sich noch im Klaren darüber zu werden welche Größe, Form und Tiefe er bekommen soll. Eine Mindestgröße stellt ca. 10 m² dar.Optimal wären ca. 40m² da ein Teich in dieser Größe durch Artenvielfalt ein selbstregulierendes und damit stabiles biologisches Gleichgewicht einstellen kann. Naturstein ist ein meist eher unübliches Baumaterial für Teiche, die häufigsten Materialien zur Abdichtung von Teichen sind eher Dernoton oder eine Teichfolie. Es gibt auch noch vorgeformte Plastikwannen,welche in den Boden eingelassen werden, welche oft bei kleinen Teichen genutzt werden.

Vor Baubeginn

Nun da der geeignete Platz gefunden ist und man sich über die Größe im Klaren ist, sollte man sich das Baumaterial beschaffen. Zu diesem zählt der Naturstein (z.B. Granit, Quarzit, etc.), Betonkies mit einer 0/32 Körnung, um die Randeinfassung zu setzen, Schnurnägel, um die Teichform und Größe ab zustecken, HKS 0/45 um eine Tragschicht einzubauen und Rheinsand 0/2, als Bettung gemischt mit Zement für den Naturstein und nicht zu vergessen Zement um Beton zu mischen.

Der Bau

Ist die Form des Teiches abgesteckt, kann man mit den Auskofferungsarbeiten beginnen. Dieses kann man je nach Größe des Teiches entweder mit einem Bagger oder per Hand verrichten.
Man sollte jedoch um eine seichte Steigung in den Teich (vom Rand zur Mitte hin) zu bekommen Stufenweise auskoffern, denn lässt man ihn Stufenweise tiefer werden, fällt das Modellieren des Teiches leichter. Den dabei entstehen Aushub, kann man entweder von einer Firma entsorgen lassen, oder man nutzt diesen später um die Landschaft um den Teich herum nach seinen Wünschen zu gestalten. Will man die Erde vorerst lagern, sollte dieses fachgerecht in einer Miete getan werden. Das heißt, dass der Oberboden mit der Grasnarbe auf einen separaten Haufen gelegt wird und mit einer Plane abgedeckt wird, da dieser unter Naturschutz steht. Nun, wenn der Teich ausgekoffert ist und die gewünschten Maße erreicht worden sind, wobei man vorher eine ca. 20cm dicke Schotterschicht, die Bettungsschicht von 4cm und die Dicke der Natursteine einbeziehen muss, schlägt man um den Teich herum Schnurnägel ein. Ist dieses geschehen, spannt man eine Maurerschnur an die Schnurnägel und bringt diese Maurerschnur auf die Höhe, auf der die Natursteineinfassung liegen soll.
Dies kann man machen, indem man die Schnur an dem ersten Schnurnagel befestigt und diese mit Hilfe der Wasserwaage waagerecht zum nächsten Schnurnagel spannt.
Der spätere Rand sollte in Waage liegen, damit der Teich überall den gleichen Wasserpegel hat. Ist die Schnur befestigt, kann man an den Punkten an denen sie fest gemacht wurde noch z.B. Isolierband anbringen falls diese reißt, kann man sie leichter und schneller wieder auf Höhe justieren.
Sind die Höhen für die Randeinfassung eingemessen und entsprechend markiert, kann man beginnen die Randsteine zu setzten. Dazu eignet sich am Besten Großpflaster, aus dem gewünschten Material (z.B. Toscanaquarzit, Granit). Dieses Natursteingroßpflaster wird in Beton gesetzt, welcher zuvor gemischt werden muss. Gemischt werden kann entweder per Hand oder in einem Betonmischer.

Hier Handmischung:
Um Beton zu mischen benötigt man Betonkies mit einer 0/32 Körnung und Zement (Trasszement).

Um per Hand zu mischen, schaufelt man sich vier Schaufeln Betonkies in eine Schubkarre und gibt dann eine Schaufel Zement hinzu, dieses dann gut vermischen. Bis sich der Zement mit dem Betonkies vermengt. Dann kann man Wasser hinzugeben und vermischt dies alles. Wenn die Mischung etwa Erdfeucht ist, kann man diese verarbeiten. Die Menge des Betons kann man natürlich durch Zugabe von mehr Betonkies erhöhen, jedoch sollte das Mischungsverhältnis von 1 /4 eingehalten werden (1 /4 = 1 Teil Zement und 4 Teile Betonkies).
Nun verteilt man den fertig gemischten Beton dort, wo die Randeinfassung gesetzt werden soll.
Anschließend nimmt man sich einen Stein, legt diesen in die Mischung und schlägt ihn mit einer Pflasterfinne auf die zuvor eingemessene Höhe. Sitzt der Stein auf Höhe, kontrolliert man noch mit der Wasserwaage ob der Stein in Waage ist. Ist dies nicht der Fall, kann man ihn durch ein Paar leichte gezielte Schläge korrigieren. Diesen Arbeitsschritt wiederholt man nun bis die gesamte Einfassung des Teiches gesetzt ist. Zum Schluss kann man nochmals mit einem Richtscheit kontrollieren ob sich auch nirgends ein Überbogen (Steine stehen zu hoch) oder ein Unterbogen (Steine sitzen zu tief) eingeschlichen hat.Jedoch, gibt es auch eine Toleranz von max. 2 cm Abweichung.
Sind alle Steine um den Teich gesetzt, können diese Verfugt werden. Dieses wird mit einer Mörtelmischung gemacht. Eine Mörtelmischung ist vom Prinzip her genau das Gleiche wie eine Betonmischung, jedoch wird nun der Betonkies durch Rheinsand ersetzt und die gesamte Mischung ein wenig feuchter gemacht. Das Mischungsverhältnis von Mörtel beträgt 2/5. Nun entnimmt man mit einer Maurerkelle ein wenig Mischung der Schubkarre und streicht von der Kelle mit einem Fugeisen ein wenig Mörtel in die Fuge.
Dies wird so lange wiederholt bis die Fuge komplett mit Mörtel gefüllt ist. Das Ganze mit dem Fugeisen andrücken und mit einem befeuchteten Kokoshaarbesen leicht über die Fuge streiche, sodass sie eine Rundung bekommt, was optisch ansprechender wirkt. Der Kokoshaarbesen sollte etwas befeuchtet sein, da er wenn er feucht ist den Zement von den Steinen entfernt und keine Reste auf diesen bleiben und kein Grauschleier entsteht.
Um die Randeinfassung muss außerhalb des Teiches nun noch ein Betonstuhl gefertigt werden. Da sehr viel Druck nach Außen ausgeübt wird. Der Druck wird nach außen ausgeübt, weil die Pflasterfläche von innen auf die Kante drückt.
Dazu nimmt man eine normal Betonmischung und füllt diese vor den Steinen auf _ der Höhe des Steines an und drückt diesen Beton dann mit der Maurerkelle an und streicht ihn glatt. Nun füllt man im Teich eine 20cm dicke Schicht mit HKS 0/45 an und harkt diese aus.
Anschließend wird diese noch entweder mit einer Rüttelplatte oder einem Handstampfer standfest verdichtet. Diese Schicht bietet eine Frostsicherheit, dass das anschließend darin verlegte Natursteinpflaster durch Frost nicht aufgesprengt wird. Das Natursteinpflaster in dem Teich wird in eine Mörtelmischung gesetzt, dazu wird genügend Mörtel gemischt, dass in dem Teich eine ca. 4cm dicke Schicht Mörtel verteilt werden kann. In der Mitte bzw. am tiefsten Punkt des Teiches wird nun ein „Spion” gesetzt. Dies ist ein Stein auf welchen man mit der restlichen Pflasterfläche auslaufen muss. Der Teich wird nun mit Natursteinpflaster ausgepflastert. Der Naturstein wird genau wie die Randeinfassung gesetzt, also wieder mit einer Pflasterfinne in die Bettung eingeschlagen.
Man kann zwischendurch mit Hilfe einer Wasserwaage oder eines Richtscheites kontrollieren ob man auf die Höhe des Spions ausläuft, in dem man dieses Hilfswerkzeug von den gesetzten Steinen aus auf den Spion legt,der Spion zeigt uns auf welche Höhe wir in der Mitte bzw. am tiefsten Punkt des Teiches mit dem Pflaster auslaufen müssen. So sieht man ob man die Höhe hat oder ob die Steine nachgeschlagen oder hochgezogen werden müssen. Ist der Teich komplett ausgepflastert, sollte man diesen über Nacht mit einer Folie abdecken, sodass dieser vor Regen geschützt ist und nicht ausgespült wird. Dieses würde zur Folge haben, dass die gesetzten Steine keinen Halt mehr haben und der Mörtel, in welchen sie gesetzt wurden, weggespült würde. Ist der Mörtel getrocknet, kann man mit dem Einfugen beginnen. Dies kann man entweder mit einem 2 Komponeten-Fugenmörtel machen, welcher sehr teuer ist, oder aber mit einer kostengünstigeren Mörteltrockenmischung.
Entscheidet man sich für den 2 Komponenten-Fugenmörtel ist dieser mit einem Quirl in einem Speißfass anzurühren, oder nach Herstellerangaben zu verarbeiten je nachdem was auf der Verpackung angegeben ist.Der Materialverbrauch liegt aber in der Regel bei ca. 3-15kg/m³ je nach Steinformat. Danach ist dieser auf der Fläche aus zuschütten und mit einer Flitsche  in die Fugen zu verteilen. Wählt man die Mörtelmischung, muss man eine Mörtelmischung vorbereiten, dieser jedoch kein Wasser hinzufügen und verteilt auch diese auf der Pflasterfläche. Dann wird diese Trockenmischung vorsichtig mit einem trockenen Kokoshaarbesen in die Fugen eingefegt bis diese komplett gefüllt sind. Dann nimmt man entweder eine Gießkanne mit Brause oder einen Gartenschlauch mit einer Düse, welche man auf Sprühen stellen kann und feuchtet die Stelle an (diese Arbeit am Besten mit zwei Leuten). Während eine Person den sich noch auf der Fläche befindlichen Mörtel mit dem Kokoshaarbesen immer wieder diagonal zur Fuge über die Fläche fegt, bis alles in den Fugen verschwunden ist. Den restlichen auf der Fläche liegenden Sand später abfegen (wenn der Mörtel in den Fugen getrocknet ist). Nun ist der Teich fertig gestellt und kann mit Wasser befüllt werden und nach belieben gestaltet werden.

by S.S.

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