Bau und Bepflanzung einer Trockenmauer

Eine besonders atrraktive Form der Böschungssicherung, der Terassierung hängigen Geländes und der Hochbeetgestaltung sind Trockenmauern. Im Garten- und Landschaftsbau spielen sie daher eine große Rolle.
Ursprünglich wurden Natursteinmauern als Trockenmauern angelegt. Bereits im Mittelalter legten Winzer ihre am Hang gelegene Weinberge mit Hilfe von Trockenmauern terassenförmig an. Ihre heutige Beliebtheit läßt sich darauf zurückführen, daß sie sich äußerst harmonisch in Garten und Landschaft einfügen, Lebensraum für Flora und Fauna bieten und den hohen ästhetischen Anforderungen genügen.

Charakteristisch für Trockenmauern ist die mörtelfreie Aufschichtung von leicht bearbeiteten Bruchsteinen. Die Mauern werden “trocken” aufgesetzt- daher gründet der Name Trockenmauer. Trockenmauern sind labile Mauern. Als Bruchsteine dienen hierfür verschiedene Sediment-, Magmatit- und Metamorphitgesteine, wie zu Beispiel: Grauwacke, Kalksandsteine, Lava, Basaltlava und andere. Die Auswahl des Natursteines sollte in Harmonie mit dem Gebäude, der Landschaft und auch der regional typischen Bauweise sein.

Die Bruchsteine müssen sorgfältig ausgewählt werden, je gleichmäßiger sie sind desto einfacher läßt sich eine Mauer errichten. Ist die Natursteinware besonders gut, so wird Nachbearbeitung vor Ort überflüssig.

 

Bau einer Trockenmauer

Fundament

Soll die Stützmauer größeren Erddruck aufnehmen und höher als 1m hoch werden so empfiehlt sich ein Betonfundament, welches in frostfreie Tiefen gründet, sprich 0,8-1,20m Tiefe. Das Fundament sollte 1/3 mal so breit sein wie die Mauerhöhe, mindestens jedoch 30 -40 cm. Dies gilt auch für nicht-betonierte Fundamente. Solche werden mit dränfähigem und verdichtbaren Material angefertig, wie z.B. Lava 0/45 oder RCL 0/45. Im Allgemeinen jedoch kann auf die frostsichere Tiefe des Fundamentes verzichtet werden, da die labile und damit elastische Bauweise Bodenbewegungen aufnimmt.

Aufschichten der Bruchsteine

Die Steine werden mit einer leichten Neigung zur Böschung hin aufgesetzt. Diese sogenannte Dossierung oder auch Anlauf unterstützt die statische Haltbarkeit der Mauer und verhindert ein optisches Überhängen der Mauer. Die Dossierung sollte 10-20% der Mauerhöhe betragen.
Um eine gleichbleibende Dossierung zu gewährleisten, so sollte ein Schnurgerüst erstellt werden. Begonnen wird mit der ersten Schicht aus flachen, jedoch großen Steinen, um eine solide, d.h. stabile Basis zu schaffen. Die Steine werden nun mit möglichst engen Fugen unter Berücksichtigung des Anlaufes aufgesetzt. Gemäß der Verbandsregeln für den Mauerwerksbau sind Kreuzfugen zu vermeiden, da diese optisch unschönen Fehler auch die Stabilität der Mauer negativ beinträchtigen.
Beim Bau ist darauf zu achten, daß die Steine satt aufliegen und eine genügende Anzahl von Steinen (nicht unter 10%) durch die gesamte Mauerbreite durchbindet. Hohlräume sind mit sorgfältig gesetzten Zwickeln auszufüllen. Die Wirkung des verbindenden Mörtels( Haftung) wird durch das Verspannen (Reibung) ersetzt. Größere Lücken können bewußt frei gelassen werden bzw. mit Substrat gefüllt werden, um sie später zu bepflanzen.
Beim Aufschichten wird direkt mit Erde hinterfüllt, um die nötige Stabilität zur Böschung hin zu erreichen. Ist jedoch mit erhöhtem Hangdruckwasser zu rechnen, so sollte zwischen Hang und Mauer eine Dränschicht, sowie Drainrohre zum Abführen des anfallenden Wassers eingebaut werden.
Als Mauerkrone werden flache großflächige Steinplatten verwendet. Sie bilden einen gleichmäßigen und optisch einwandfreien Abschluß.

 

Bepflanzung von Trockenmauern

Soll die Trockenmauer bepflanzt werden so sind bewußt größere Lücken schon beim Bau mit Substrat zu füllen. Bestenfalls sollten diese Erdfugen, Kontakt zu der dahinter aufgefüllten Erde haben, um genügend Wurzelraum zu gewährleisten. Lufteinschlüsse sind zu vermeiden. Die Bepflanzung selber kann bereits beim Bau der Mauer verrichtet werden, doch die Praxis zeigt, daß aufgrund der dann erhöhten Beschädigungsgefahr, eine Bepflanzung erst später effektiver ist. Es können sowohl senkrechte, als auch waagerechte Fugen bepflanzt werden, indem die Wurzeln einer kräftigen Junggpflanze leicht auseinandergezogen werden und mit höchster Vorsicht in die Spalten in Verbindung mit Substrat gepflanzt werden. Der Gefahr des Freispülens der Wurzeln kann durch zusätzliches Verkeilens mit kleinen Steinen entgegengewirkt werden. Die Bepflanzung sollte in den Frühjahrsmonaten erfolgen.

Geignete Pflanzen

Die erschwerten Lebensbedingungen durch die großen Temperaturschwankungen und der geringe Wurzelraum lassen nur einige Pflanzen in und an Trockenmauern gedeihen:

Sonniger Bereich:
Alyssum saxatile
Arabis caucasica
Aubrieta Hybriden
Campanula portenschlagiana
Campanula porschaskiana
Cerastium tomentosum
Dianthus deltoides-Sorten
Euphorbia myrsinites
Gypsophila repens
Oenothera misouriensis
Iberis sempervirens
Saxifraga Arten
Sedum Arten
Phlox subbulata
Stachys byzantina
Sempervivum Hybriden
Veronica prostrata

Schattiger Bereich:
Arabis procurrens
Asplenium trichomanes
Dryas suendermannii
Duchesnea indica
Geranium carbrigiense
Lamium maculatum
Polypodium vulgare

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