Trockenmauer als Stützmauer

Die Besonderheit einer Trockenmauer besteht darin, dass sie völlig ohne Mörtel oder ähnliches Fugenmaterial auskommt. Als Stützmauer dient diese zur Absicherung von Böschungen und Einschnitten von abschüssigem Gelände.

Vor dem Bauen:

Vor Beginn sind einige Dinge zu bedenken:

    • Die Dossierung – Grundsätzlich sollte eine Trockenmauer eine Dossierung von 10-20% haben. Wenn die zu stützende Erde frisch aufgeschüttet worden ist, sollte man am besten 20% Dossierung wählen, bei einem bereits bestehendem Hang kann die Dossierung  auch nur 10% betragen, da der Druck auf die Mauer nicht so groß ist.

 

    • Die Bepflanzung – Falls eine Bepflanzung der Mauer erwünscht ist, sollte man diese Pflanzen bereits beim Bau in die Mauer einpflanzen, da nachträgliches Einpflanzen Wurzelschäden herbeiführen kann. Geeignete Pflanzen für die Fugen sind beispielsweise Geranium sanguineum (Storchenschnabel), Cymbalaria muralis (Zimbelkraut), Rhodiola crassipes (Fetthenne) oder Potentilla crantzii (Zottiges Fingerkraut).

 

    • Das Hangdruckwasser – Falls man mit viel Wasseraustritt aus dem Hang zu rechnen hat sollte man gegebenenfalls ein Drainagerohr hinter der Mauer in einer Kiesschicht verlegen.

 

    • Die Höhe der Mauer – Von der Höhe der Mauer hängt Fundamenttiefe, -breite und die Mauerbreite ab. Das Fundament (0/45er Schotter) sollte mindestens 40cm tief sein. Falls die Mauer über 1,5 m hoch ist, sollte man unter dem Schotter auch noch eine Frostschutzschicht einbauen. Die Fundamentbreite hängt mit der Mauerbreite zusammen. Die Mauerbreite am Sockel sollte mindestens 1/3 der Mauerhöhe haben. Dementsprechend sollte das Fundament einige Zentimeter breiter sein.

Benötigtes Werkzeug:
Geräte zum Ausschachten (bei größeren Mauern evtl. Minibagger, ansonsten Spaten o.ä.), Natursteinbearbeitungwerkzeuge bei etwaigen Nachbearbeitungen des Steins (z.B. Bossierhammer, Krönel, Scharriereisen, Fäustel oder Schlagmeißel), Wasserwaage, Gerät zur Verdichtung (Grabenstampfer, Handstampfer o.ä.)

Benötigtes Material:
0/32er oder 0/45er Schotter, Natursteine, Kies, evtl. Pflanzen, Drainagerohr

 

 

Das Bauen der Mauer:

    • 1. Hang abschrägen:
      Da die Mauer mit einer Dossierung von bis zu 20% gebaut werden kann muss der Hang dementsprechend angeschrägt werden.

 

    • 2. Fundament einbauen:
      In Breite der Mauer (plus einige Zentimeter vor und hinter der Mauer) ausschachten. Schotter einfüllen und lagenweise verdichten.

 

    • 3. Die erste Steinreihe:
      Die erste Steinreihe trägt das Gewicht der Mauer, um das Gewicht gleichmäßig zu verteilen sollte man deshalb Steine mit großflächiger Oberseite benutzt, die etwa die gleiche Höhe haben. Hinter die Steine sollte direkt eine Kieshinterfüllung geschüttet werden. Diese sollte bestmöglich verdichtet werden, bis die Steinreihe fest verankert ist.

 

    • 4. Bau der mittleren Mauerpartie:
      Nach dem setzen der ersten Steinreihe wird nun die Mauer Stück für Stück ausgebaut. Dabei gibt es einiges zu beachten.

      • Die Steingröße sollte nach oben hin abnehmen
      • Die Fugen müssen möglichst eng sein, außer an den Stellen an denen eine Pflanze in die Mauer eingefügt wird. Man sollte deshalb nicht all zu viele Pflanzen benutzen.
      • Steine sollten immer in ihrer natürlichen Schichtung (nicht Hochkant) eingebaut werden.
      • Eine Stoßfuge darf nicht durch mehr als zwei Schichten laufen. Außerdem darf keine Kreuzfuge entstehen.
      • Es müssen genügend Bindersteine eingebaut werden um die Verankerung mit dem Hang zu gewährleisten.
      • Die Dossierung muss immer wieder überprüft werden, um die Stabilität der Mauer zu gewährleisten (evtl. Schnurgerüst aufbauen).
      • Beim HInterfüllen mit Kies, Schutt und unförmigen Steinen immer darauf achten, dass alle Steine gut verzahnen.

 

    • 5. Setzen der Mauerkronsteine:
      Die Mauerkrone hat die Aufgabe das Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Dagegen hilft eine Rollschicht (zum Beispiel aus unbehauenen Steinen oder schräg stehenden Platten.

 

by V.V.

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