Ginkgo

Er ist unter seinem lateinischen Namen Ginkgo biloba besser bekannt, als unter der deutschen Bezeichnung Fächerblattbaum, besonders, seit in den zurückliegenden Jahren zunehmend Ginkgo-Naturheilmittel beworben und vertrieben werden. Der Name Ginkgo ist abgeleitet aus dem Chinesischen Ginkyo, was in der Übersetzung Silberpflaume bedeutet. Diese Bezeichnung gilt den Früchten, die wie Mirabellen an langen Stielen aussehen.

Die Entwicklungsgeschichte des Ginkgo-Baumes liegt etwa 250 Millionen Jahre zurück. Demgegenüber wird zum Beispiel die Existenz des Menschen auf nur etwa 2,5 Mio. Jahre veranschlagt. Im Erdmittelalter bevölkerten die Ginkgo-Arten und der Dinosaurier mit seinen Verwandten nahezu 200 Mio. Jahre lang unseren Planeten. Inzwischen hat der Ginkgo den Dinosaurier um 65 Mio. Jahre überlebt. Damit trägt der Ginkgo-Baum heute zu Recht die von Charles Darwin geprägte Bezeichnung eines „lebenden Fossils”. Er fand bis vor etwa 30 Mio. Jahren auf der Nordhalbkugel und auch bei uns in Europa eine weite Verbreitung. Die Eiszeiten drängten dann auch diesen Baum – wie alle anderen Pflanzen – zurück. Auf einem relativ kleinen Areal in China fand der Baum jedoch einen Standort auf dem er bis in die heutige Zeit überlebte. Um 1730 ist der Ginkgo wieder nach Europa zurückgekehrt. Damals gelangten die ersten Samen aus Asien nach Utrecht in Holland.

Das in der Tat bemerkenswerte Blatt des Ginkgo-Baumes ist fächerförmig, langstielig und hat meist einen tiefen Einschnitt. Auffällig sind die parallel verlaufenden Blattadern, so, als würde sich der Blattstiel nach oben hin auffächern. Dadurch unterscheidet es sich von den echten Laubblättern. Übrigens kann man beobachten, und dies ist sicher auf seine außergewöhnliche Form zurückzuführen, dass Goldschmiede das Motiv des Blattes gern bei der Schmuckherstellung verwenden. Prächtig goldgelb leuchtet der Ginkgo mit seinen Blättern im Herbst. Der Ginkgo biloba nimmt in der Systematik des Pflanzenreiches eine Sonderstellung ein. Er zählt nicht zu den Laub- und auch nicht zu den Nadelgehölzen. Vielmehr stellt er in der Entwicklungsgeschichte den Übergang dar von den Nadel- zu den Laubgehölzen. In den Katalogen der Baumschulen ist der Ginkgo unter der Rubrik der Nadelgehölze zu finden. Der Baum wuchs bereits 100 Mio. Jahre auf unserer Erde bevor die ersten Laubbäume auftraten.

Eine weitere Besonderheit ist auch dass die weiblichen, einzeln auf langen Stielen stehenden Blüten und die männlichen Blüten in Kätzchenform jeweils auf getrennten Bäumen „zu Hause” sind. Im botanischen Sinn sind die Pflanzen somit zweihäusig. Die weiblichen Bäume haben, wie eingangs erwähnt, mirabellenartige Früchte, die nach dem Abfallen bald in übel riechende Gärung übergehen.

Obwohl die Bäume einen stattlichen Wuchs aufweisen – sie erreichen in 10 bis 15 Jahren eine Höhe von 4 bis 6 m und im Alter von 15 bis 20 m (30) – muss man in größeren Gärten durchaus nicht auf sie verzichten. Ein Ginkgo-Baum im Garten ist noch immer etwas Besonderes. Die entwicklungsgeschichtlich interessanten „Blätter” bringen mit ihrer intensiven Färbung im Herbst eine goldene Stimmung in unsere Gärten. Es gibt vom Ginkgo Selektionen, die weniger groß und breit werden als die ursprüngliche Form. Hierzu gehören unter anderem Ginkgo biloba „Fastigiata” mit intensiv gelb gefärbtem Herbstlaub und G. biloba „Princeton Sentry” mit goldgelber Herbstfärbung.

Beide Selektionen werden in der männlichen Form angeboten. Sie tragen keine Früchte. Die Bäume wachsen in den ersten Jahren weniger stark, sodass sie nicht so schnell groß werden.

Den Ginkgo-Baum zeichnet ein sehr gesundes Wachstum aus. Tierische Schädlinge – ausgenommen die Wühlmaus in jungen Jahren – oder Pilzkrankheiten, die ihm das Leben schwer machen, sind nicht bekannt. Infolge seiner Widerstandsfähigkeit auch gegen Auto- und Industrieabgase ist er gut geeignet für die Bepflanzung in Stadtbereichen und an Straßen. Nicht zuletzt deshalb wird er auch in den Städten und an den Straßen in Japan und den USA gern gepflanzt.

by B.S.

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