Großbaumsicherung

Bäume sind mit den anderen Pflanzen die wertvollsten Bewohner dieses Planeten für uns, da sie das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) in Sauerstoff (O2) umwandeln, was für uns überlebensnotwendig ist. Gerade aus diesem Grund sollte man sorgfältig mit diesen Bewohnern des Erdballs umgehen und auch ihnen helfen und sie sichern. Einen Baum, bzw. Großbaum sichert man zum Beispiel damit der Schutz vor dem Umfallen, ein gerader Wuchses und bei Neupflanzungen eine Anwachshilfe gewährleistet sind. Die Großbaumsicherung ist auch effizient bei der Erhaltung von Denkmalgeschützten, alten Bäumen und kann auch zur Straßensicherung dienen, wovon wir wiederum direkt profitieren.

Zuerst sollte man sich vor Augen führen ab wann ein Baum als Großbaum zählt, das wäre nämlich sobald ein Baum in einer Höhe von 1m über dem Boden einen Stammumfang von 30cm erreicht hat. Ab diesem Maße ist eine Sicherung des Baumes sinnvoll, die wie folgt aussehen kann:

- Dreibock
- Vierbock
- schräger Dreibock
- Schräger Vierbock
- Ballenzapfen
- Wurzelverankerung
- Kronensicherung
- Systembaumscheiben
- kombinierte Ballen- und Kronenverankerung

In diesem Sachbericht werden die drei gängigsten Methoden, also der Dreibock, die Wurzelballenverankerung und die Kronenverankerung dargestellt und näher erläutert, hinsichtlich auf ihre Vor- und Nachteile.

Dreibock

Ein Dreibock besteht, wie der Name Schon sagt aus drei Pfählen, drei Verbindungen zwischen den Pfählen und drei Verbindungen zwischen den Pfählen und dem Baum.
Beim Dreibock wird wie folgt vorgegangen:

Das Loch für den Ballen wird rundherum ca. 15cm breiter ausgeschachtet, als es eigentlich sein müsste, dann wird der Baum mittig ins Pflanzloch gestellt und die Pfähle werden um den Baum herum im Pflanzloch positioniert, so dass der Winkel zwischen zwei Pfählen und dem Stamm ca. 120° beträgt, oder der Abstand zwischen den Pfählen gleich groß ist. Bei der Verteilung der Pfähle ist darauf zu achten, dass zwei der drei Pfähle auf der Hauptwindseite stehen. Bei der Auswahl der Pfähle sollte darauf geachtet werden, dass der Pfahl zu 1/3 seiner Gesamtlänge im Boden verschwindet und trotzdem noch ca. 10 cm unter dem Kronenansatz seine Oberkante hat. Die Pfähle werden im Idealfall mit einer Pfahlramme in den Boden getrieben, wobei darauf zu achten ist, dass die einzelnen Pfähle lotrecht zu stehen kommen und, dass alle Pfähle nachher gleich hoch sind. Bei der Arbeit mit der Pfahlramme ist besondere Vorsicht geboten, da hierbei leicht Rinden- und Kronenverletzungen zustande kommen. Sobald die drei Pfähle auf der gewünschten Höhe sind, können diese untereinander, mit Querriegeln, ca. 10cm unter dem Ende des Pfahls, miteinander verbunden werden. Hierbei sollte mal immer mal wieder eine Wasserwaage anlegen um zu kontrollieren ob die Pfähle grade sind und ob die Querriegel auch Waagerecht angebracht werden. Zum Schluss wird der Stamm an den Pfählen arretiert, dies geschieht mit Kokosstrick oder mit einem Gurtband, wobei immer ein Kokosstrick/Gurtband vom Pfahl zum Stamm verläuft. Beim arretieren des Baumes ist darauf zu achten, dass er mit den Bindungen gerade gezogen wird! Nun wird das Loch wie gewohnt mit Erde verfüllt, die angetreten wird und dann wird ein Gießrand erstellt, der die Bewässerung des Baumes erleichtert.

Vorteile:
- guter Halt

Nachteile:
- rückbaupflichtig
- aufwendig in der Konstruktion
- Optik
- vandalismusanfällig

Wurzelballenverankerung

Die Ballenverankerung, stabilisiert den Baum nicht wie der Dreibock, sondern beschäftigt sich nur mit dem Wurzelbereich unter der Erde, daher sieht man diese Art der Großbaumsicherung nicht, was das optische Bild eines Baumes nicht zerstört.
Das Prinzip der Ballenverankerung funktioniert so:

Die Pflanzgrube muss ca. 40cm breiter und ca. 5-10cm tiefer als der Ballendurchmesser ausgeschachtet werden, dann wird der Ballen mittig in die Pflanzgrube gestellt. Die Einschlagstange wird nun in den Erdanker eingesteckt und dieser wird ca. 5 cm vom Ballen entfernt mit einem Hammer in den Boden getrieben. auch hier gilt wieder: ca. 120° zwischen zwei Erdankern und dem Stamm und zwei Erdanker in der Hauptwindrichtung positionieren. Beim Eintreiben des Erdankers ist darauf zu achten, dass die Einschlagstange möglichst lotrecht eingetrieben wird und dass den Erdanker bis zur Mindesteinschlagtiefe versenkt. Das Seilauge sollte dabei gerade noch aus dem Erdreich herausschauen. Nun wird die Einschlagstange herausgezogen und man zieht mit einem kräftigen Ruck am Seilauge des Erdankers, so dass sich querstellt und nicht mehr herausgezogen werden kann.

Man kann jetzt etwas Vlies oder eine andere Unterlage zum Schutz der Wurzeln auf den Ballen legen und führt nun einen Spanngurt durch die 3 einzelnen Erdanker, so dass sich ein Dreieck um den Stamm herum ergibt. das Gurtende wird nun in den Ratschenspanner eingeführt und festgezurrt. Beim Festzurren des Gurtes ist auf seine lotrechte Stellung zu achten. Die Pflanzgrube wird nun wieder verfüllt und angetreten, bis auf den Bereich des Ratschenspanners, nach einer starken Wässerung des Baumes wird nun der Spanngurt kontrolliert und gegebenenfalls nachgespannt.

Vorteile:
- Optik
- Vandalismussicher
- auf engstem Raum anwendbar
- nicht Rückbaupflichtig

Nachteile:
- funktioniert nicht bei jedem Boden
- nur “mäßiger” Halt
- gute Ballenqualität vorausgesetzt

Kronenverankerung

Die Kronenverankerung ist die dritte häufig gewählte Möglichkeit einen Großbaum zu sichern.

Zuerst wird die Höhe der Bindungen im Kronenbereich festgelegt, danach richtet sich dann auch der Abstand der Pflöcke bzw. Erdanker zum Stamm , wobei zu beachten ist, dass der Winkel zwischen den Seilen und dem Erdboden 45° bis maximal 60° sein sollte. Hierbei kann man jedoch einfach vorgehen und bei der Festlegung der einzelnen Höhen für die einzelnen Bindung deren Höhe am Stamm entlang messen und einfach den gleichen Abstand vom Stamm weg messen, dadurch hat man schon einen Winkel von ziemlich genau 45° schlägt man den Pflock oder Erdanker jetzt einen halben Meter näher am Stamm ein sollte der Winkel zwischen den Seilen und dem Erdboden zwischen den gewünschten 45° und 60° liegen. Diese drei Stellen markiert man sich nun und treibt die Pflöcke oder Erdanker in den Boden, auch hierbei gilt wieder darauf zu achten, dass der Winkel zwischen zwei Erdankern / Pflöcken 120° betragen sollte. Nach diesem Arbeitsschritt geht man daran, die Drahtseile auf die richtige Länge zu bringen (anstelle eines Drahtseiles kann auch ein einfacher Spanndraht vom Maschendrahtzaun genommen werden) und sie dann durch Rindenschoner (Schlauchstücke) in die Krone zu ziehen und an der gewünschten Stelle anzubringen. Dabei sollte man darauf achten, dass sich die Drahtseile nicht gegenseitig einklemmen und sie nach Möglichkeit entgegen der Wuchsrichtung des Astes angebracht werden. Nun werden die Drahtseile handstramm an den Erdankern / Pflöcken arretiert und im Anschluss mit den Spannschlössern auf Spannung gebracht. Hierbei ist auf die lotrechte Stellung des Baumes zu achten! Als letzter Arbeitsschritt folgt nun das Kennzeichnen der Drahtseile mit Flatterband um das Verletzungsrisiko einzudämmen.

Vorteile:
- sehr guter Halt
- schnelle Bauweise mit Draht

Nachteile:
- großer Platzaufwand
- Optik
- rückbaupflichtig
- vandalismusanfällig
- Gefahrenquelle durch Stolpergefahr

Die drei hier beschriebenen Maßnahmen zur Großbaumsicherung sind die Methoden, die am häufigsten angewandt werden, da sie sich alle in der Praxis bewährt haben und ausreichende Vorteile mit sich bringen. Jeder hat seine individuellen Vorstellungen wie ein Baum richtig gesichert werden sollte und das kann durch diese drei Methoden eingehalten werden.

by A.W.

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