Kulturverlauf von Hochstämmen

Acer platanoides vom 3 j. v. Sämling zum 3xv m.D.b Hochstamm 12/14/16

 

Im Frühling zuvor

sollte idealerweise eine Gründüngung auf die Aufschulfläche ausgesät werden, um den Boden optimal auf die Kultur vorzubereiten. Dazu können verschiedene Pflanzen genommen werden, z. B. Hafer (Massenbildner), Klee (Stickstoffsammler),…

Diese schützen den Boden auch vor Erosion und Abtragung und unterdrücken Unkraut. Vor dem Aussamen müssen diese Pflanzen dann in den Boden eingearbeitet werden, um die Nährstoffe an den Boden abzugeben.

 

  1. Jahr

Im Herbst wird in grobe Schollen gepflügt, damit der Boden im Winter durchfrieren kann (Frostgare).Somit entsteht im Frühling ein schönes Krümelgefüge. Im gleichen Frühjahr kauft man 3 j. v. Acer platanoides 2/1 (80-120 cm groß) zu. Diese werden auf ca. 40 cm aufgeputzt; Konkurrenztriebe werden entfernt.

Im April/Mai muss der Acker zuerst mit der Kreiselegge vorbereitet werden, dann werden die Bäume mit dem 2-reihigen Aufschulpflug aufgeschult. Der Pflanzenabstand beträgt in der Reihe 50 cm und zwischen den beiden Reihen 70cm. Nach jeder zweiten Reihe bleibt

200 cm Platz. Danach wird mit Tonkinstäben gestäbt, um gerades Wachstum zu erzeugen. Die Pflanzen werden dann mit dem Bindemax oder Hohlschnur daran geheftet. Außerdem muss ein Quartierbuch geschrieben werden, damit die genaue Sorte und der genaue Standort der einzelnen Pflanzen bekannt ist. Die Unkrautbekämpfung erfolgt mechanisch (z.B. hacken) oder chemisch mit Hebizideinsatz. Um im Frühjahr das Aufkeimen der Unkräuter zuverhindern kann z.B. schon ab November/Dezember auf nicht gefrorenen Boden Kerb W 50 gespritzt werden. Im Dezember wird um das ganze Quartier ein Wildzaun gebaut.

 

 

2. und 3. Jahr

Im März-April werden Volldünger ausgebracht; je nach Bodenprobe unterschiedliche Anteile der Wirkstoffe. Von Mai bis August erfolgt die Unkrautbekämpfung zwischen den Reihen mechanisch mit der Scheibenegge/Kulturegge (damit lässt sich auch die Verdunstung verlangsamen) und in den Reihen chemisch mit Hilfe eines Schmalspurschleppers und Basta oder Round-up. Die Pflanzen müssen regelmäßig auf andere Schäden kontrolliert und evtl. Fungizide und Insektizide gespritzt werden. Im August erfolgt ein Erziehungsschnitt und im dritten Jahr werden sie wieder ein Stück aufgeputzt. Im Dezember erfolgen die gleichen Maßnahmen wie im letzten Jahr.

 

 

4. Jahr

Bis zum Herbst läuft alles wie in den Vorjahren, dann werden die Pflanzen gerodet und der Größe und geradem Wuchs nach sortiert. Die zum weiterverschulen geeigneten Pflanzen sind 2xv Alleebäume H 7-8, 8-10, 10-12. Zuerst erfolgt noch ein Pflanzschnitt: der Gipfel wird zur Hälfte eingekürzt, das oberste Auge wird mit Klebeband nach oben geklebt, Seitenäste stark eingekürzt, Schnittwunden mit Lacbalsam verstrichen.

Auf dem neuen Feld sollte die Bodenvorbereitung genauso verlaufen sein wie oben. Im April oder Mai erfolgt wieder die Bearbeitung mit der Kreiselegge, dann schult man die Hochstämme mit dem 1-reihigen Aufschulpflug (Damcon) auf. Sie bekommen einen Startdünger (Basacote: 6-8 Monate Langzeitdünger; 10-20g je Baum zu den Wurzeln ins Erdreich).

Der Pflanzenabstand beträgt 1,50m x 1,90m. Alle 4 Reihen ist ein 5m breiter Rodeweg. Die Bäume werden dann an Tonkinstäbe (5,90m) gebunden, je nachdem mit Hohlschnur, Klebeband oder Baumwollband. Letztere zwei verrotten nach einem Jahr. In der Reihe wird der Boden ein bisschen angehäufelt, das dient zum besseren Halt der Bäume und die Vertrocknung ist geringer. Zwischen den Reihen und auf den Wegen wird dann ein besonders robustes Gras ausgesät zur besseren Befahrbarkeit und gegen Erosion, das nun über das Jahr immer wieder gemulcht werden muss. Auch das Quartierbuch wird wieder geschrieben. Die Unkrautbekämpfung erfolgt chemisch. Auch Fungizide und Insektizide kommen je nach Bedarf oder vorbeugend zum Einsatz. Diese Mittel werden je nach Art des Befalls ausgewählt und mit der Turbo-/ Gebläsespritze ausgebracht. Im August erfolgt (mit Hilfe der Schneidebühne) ein Erziehungsschnitt (zu steile und zu starke und vertrocknete Äste ganz raus, Astgabeln raus, auf schöne Spitze leiten,…), anschließend Schnittgut mulchen. Im Dezember bekommt jeder Baum eine Verbissschutzrolle um den Stamm.

 

 

5. Jahr

Im Frühjahr (Zeitpunkt richtet sich nach der Zeitwirkung des Düngers) wird wieder Nährstoffdünger ausgebracht. Von Mai bis August erfolgt alle 2 Wochen chemische Unkrautbekämpfung in den Reihen. Ende Juni wird noch einmal gedüngt, jedoch nicht zu viel, da die Triebe sonst bis zum Winter nicht ausgereift sind. Im Juli oder August bekommen die Bäume erneut einen Erziehungsschnitt; die Baumgipfel werden angebunden. Das Schnitt gut wird mit den Graswegen gemulcht, das dient auch zur Gründüngung. Schädlingskontrolle: falls nötig muss man Fungizide oder Insektizide einsetzten. Die Verbissschutzrollen sollten vom letzten Jahr noch dran sein.

 

6. Jahr

Im März/April wird wieder nach Beurteilung der Bodenprobe Nährstoffdünger ausgebracht. Von Mai bis August: chemische Unkrautbekämpfung in den Reihen; die Graswege zwischen den Reihen werden mit einem Schmalspurschlepper gemulcht. Ende Juni erfolgt Einzelnährstoffdüngung je nach Mängel. Im Herbst kann mit dem Roden H 3xv mDb 12/14/16 begonnen werden. Der Verbissschutz sollte vom letzten Jahr noch dran sein.

 

 

FLL – Gütebestimmungen für Hochstämme

  1. Sie müssen als 2xv im weiten Stand verpflanzt worden sein.

  2. Die Stammhöhe muss mindestens 220cm betragen.

  3. Sie dürfen seit der letzten Verpflanzung maximal 4 Vegetationsperioden Standzeit aufweisen.

  4. Weiteres Aufasten muss sortenspezifisch möglich sein.

  5. Quirlige Verzweigungen sind verboten (außer bei Veredelungen zu Kugel- oder Hängeformen).

  6. Die Krone muss arttypisch sein.

  7. Der letzte Aufbauschnitt muss spätestens in der letzten Vegetationsperiode ausgeführt worden sein.

  8. Die Stammverlängerung darf nur im einjährigen Holz geschnitten worden sein.

  9. Ballenpflanzen sind mit Drahtballierung zu versehen. 

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