Okulation und Kopulation

1. Die Okulation:

Okulation ist eine Art der Pflanzenveredelung, die hauptsächlich bei Rosen und Obstgehölzen angewandt wird. Hierfür benötigt man eine  Unterlage und ein Edelreis Bei Obstgehölzen wird das Auge in einer Höhe von ca. 10 – 15 cm über der Erde in den einjährigen, verholzten Trieb eingesetzt. Okuliert wird im Sommer von Juli bis August, dabei sollte das Wetter nicht zu trocken und zu heiß sein, da bei der Okulation, sich die Rinde lösen muss. Auch nach der Okulation, ist zu trockenes und heißes Wetter ungünstig, da das Auge Zeit benötigt  anzuwachsen. Ist das Wetter zu trocken und zu heiß würde das Auge austrocknen und die Okulation könnte misslingen. Bei der eigentlichen Okulation wird das Auge flach aus dem Edelreis herausgeschnitten in einer Länge von ca. 1 – 2 cm bei Rosen. Es ist von Vorteil, wenn man am Auge einen kleinen Blattstiel dranlässt, an dem sich das kleine Auge besser in die Hand nehmen lässt. Danach wird an der Unterlage mit einem sehr scharfen Messer ein T-förmiger Schnitt ausgeführt, so dass sich die Rinde nach links und rechts vorsichtig lösen lässt. In den so entstandenen Schlitz wird nun das zuvor ausgeschnittene Auge eingesetzt und die Rinde wieder zurückgeklappt. Die Veredlung muss nun luft- und wasserdicht verschlossen werden, entweder mit Folienband, Bast oder OSV (Okulationsschnellverschluss). Der Veredelungsvorgang sollte so rasch wie möglich von statten gehen, damit die Schnittstellen und besonders das Auge nicht antrocknen, dies würde nämlich den Erfolg der Veredelung gefährden.

 

2. Kopulation:

Im Unterschied zur Okulation wird bei der Kopulation ein Reis mit mehreren Augen auf einer Unterlage aufgesetzt. Von Januar bis März wird in dieser gewünschten Stammhöhe, bei Obstgehölzen mindestens 10 cm über dem Wurzelhals, der Kopf der Unterlage mit einem Schrägschnitt abgeworfen. Ein Schrägschnitt von gleicher Länge und Form wird am unteren Ende des Edelreises durchgeführt, damit die Kambien der beiden Pflanzenstücke genau aufeinander zu liegen kommen.
Der Schrägschnitt erzeugt eine größere Kambium- und Verwachsungsfläche. Beide Schnittstellen werden mit Bast  oder einem Plastigband verbunden. Baumwachs sorgt dafür, dass die Veredelung nicht zu schnell austrocknet.

by C.P.

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