Pflanze des Jahres 2005 – Großer Klappertopf

Der Große Klappertopf, der den botanischen Namen Rhiánthus serótinus trägt, ist deshalb verstärkt vom großflächigen Rückgang bedroht, da Feuchtwiesen und Niedermoorgebiete in Deutschland immer mehr entwässert werden. Aber genau dies sind die bevorzugten Lebensräume der einjährigen Pflanze aus der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariáceae), zu der auch Fingerhut, Königskerzen oder Ehrenpreis gehören. Der Große Klappertopf gedeiht dort so gut, da er auf die Lebensgewohnheiten anderer Pflanzen angewiesen ist und sich des aufgenommenen Wassers und Nährstoffe anderer bedient, sprich er ist ein so genannter Semiparasit (Halbschmarotzer). Der Große Klappertopf, der noch einen kleinen, einen schmalblättrigen und einen zottigen Bruder hat, dockt sich an die Wurzeln anderer Pflanzen an und entzieht ihnen dann, im ausgewogenen Verhältnis, Wasser und Nährsalze. Photosynthese (Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie) hingegen betreibt er selbst und produziert somit die Assimilationsprodukte, die eine Pflanze zum Leben benötigt. Aus Sicht der nun geehrten Pflanze ist dieser Lebensstil eigentlich ganz komfortabel. Allerdings nur solange die Wirtspflanzen, meist Gräserarten auf eben feuchten Standorten, optimal leben können und in ausreichender Menge vorhanden sind.

 

Pflanzenbeschreibung

Der Große Klappertopf erreicht eine Höhe von 20 bis 70 cm und blüht gelb in der Zeit von Mai bis September. Die Blüten, etwa 2 cm lang, befinden sich in den Achseln der Blätter im oberen Drittel der Pflanze. An einer “Oberlippe” der Blüten, die einem Vogelschnabel ähnelt, ist der Große Klappertopf gut zu erkennen. Der Oberlippe vorgelagert ist ein Zähnchen (etwa 2 cm lang), das meist violett gefärbt ist. Die Bestäubung der Blüte erfolgt fast ausschließlich von Hummeln. Die Blätter sind spitz zulaufend und gezähnt, der Stängel ist im oberen Bereich in der Regel grob behaart. Die Pflanze ist giftig. Sie enthält in Blättern und Samen das Insektengift Aucubin.

Alle “Klappertöpfe” gelten als Zeigerpflanze für eher stickstoffarmen sowie basischen und feuchten Boden.

 

Wie kommt die Pflanze zu ihrem Namen

Das liegt ganz einfach daran, dass sie tatsächlich klappert. Und zwar dann, wenn Wind an den dürren Samenkapseln, die sich locker befestigt im Blütenkelch befinden, vorbeiströmt und die innenliegenden Samen durchschüttelt, wobei ein eben klapperndes Geräusch entsteht. Entlassene Samen werden aufgrund ihres zweckmäßigen Aufbaus mit dem Wind in große Entfernungen getragen.

by B.S.

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