Biologische Schädlingsbekämpfung von Dickmaulrüßlern (1)

Biologische Schädlingsbekämpfung:

Unter der biologischen Schädlingsbekämpfung versteht man im Allgemeinen den Einsatz von Nützlingen zur Bekämpfung von Schädlingen. Biologisches Arbeiten, da Verzicht auf chemische Mittel.
Das erfolgreiche Arbeiten mit Nützlingen erfordert im Vergleich zum chemischen Pflanzenschutz mehr Aufmerksamkeit und Berücksichtigung der spezifischen Ansprüche. Sie brauchen eine gewisse Vorlaufzeit und können Schädlinge nicht von heute auf morgen vernichten. Daher müssen der Schädlingsbefall stets beobachtet und die Nützlinge frühzeitig ausgebracht werden. Biologischer Pflanzenschutz beinhaltet aber nicht nur den Einsatz von natürlichen Feinden der Schädlinge, sondern beginnt gerade im Garten- und Landschaftsbau schon bei der richtigen Pflanzenauswahl: Resistentere Sorten sind weniger gefährdet als Hochzüchtungen. Außerdem sollte der Standort genaustens beachtet werden, denn jede Form von Streß für die Pflanze bedeutet Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge.
Schädlinge existieren ausschließlich in der menschlichen Betrachtungsweise und sind im ökologischen Sinne nicht definiert. Erst der Anbau von Monokulturen mit dem Ziel möglichst viel Ertrag zu erzielen und die damit erheblichen Veränderungen für die Tierwelt machen die Schädlinge zu ” Feinden” des Menschen. Die Gegenspieler (Antagonisten) hiergegen bezeichnen wir als Nützlinge.
Um nicht noch mehr das ökologische Gleichgewicht zu stören, began man seit Anfang der achtziger, Nützlinge kommerziell zu züchten, um chemische Insektizide wirksam zu ersetzen.

 

Biologische Bekämpfung von Dickmaulrüßlern mit Nematoden:

Ein Beispiel für eine solche biologische Bekämpfung ist die der Dickmaulrüßler mit Hilfe von Nematoden.
Der gefürchte Dickmaulrüßler (Otiorhynchus sulcatus) ist ca.0,5-1cm groß und grau-schwarz gefärbt. Er ist nachtaktiv und kann 2 Jahre und älter werden. Die gelblich-weißen Larven haben eine braune Kopfkapsel; sie treten meist im April/Mai und im August/ September im Wurzelbereich auf.
Dickmaulrüßler und ihre Larven befallen vor allem relativ hartlaubige Pflanzen (wie z.B. Rhododendren und Prunus laurocerasus-Arten) und auch Nadelgehölze Blattoberseits verursachen die Käfer den typischen Buchtenfraß, im Boden fressen die Larven an den Wurzeln. Befallene Pflanzen welken und sterben ab.

Werden die typischen Symptome rechtzeitig erkannt, sollte man zur biologischen Bekämpfung Nematoden ( Fadenwürmer) einsetzen. Nematoden der Gattungen Heterorhabditis und Steinernema sind für den biologischen Pflanzenschutz am bedeutendsten. Diese Nematoden leben in enger Symbiose mit einem speziellen Bakterium. Nachdem die Nematode über chemische und physikalische Reize den Bodenschädling ausgemacht hat, dringt sie aktiv in dessen Körperhöhle ein, wo sie sofort das binnen 2 Tagen abtötende Bakterium freigibt. In der Larve vermehren sich die Nematoden.

Hetrorhabditis-Nematoden haben einen Wirkungsgrad gegen den gefürchten Dickmaulrüßler, die bei der richtigen Anwendung, weit der chemischen Behandlung übersteigt. Nicht nur bei Dickmaulrüßler wirken diese nematoden wundern, sondern auch bei bestimmten Engerlingen, welche Sportrasen und Golfplätze schädigen.

 

Wichtige Voraussetzungen:

  • Bodentemperatur mindestens: 10 Grad, nicht über 30 Grad
  • Der Schädling muß sich im Larvenstadium befinden
  • Der Boden ist nach der Behandlung feucht zu halten, damit die Nematoden sich besser verteilen können.

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