Integrierter Pflanzenschutz

Integrierter Pflanzenschutz bezeichnet den Schutz von Pflanzen vor belebten und unbelebten Schädigungen, wobei die Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf ein Mindestmaß beschränkt wird. Das Pflanzenschutzgesetz regelt die Anwendung, Zulassung und das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln. Zulassungen und Gesetzestexte werden vom Biologischen Bundesamt bearbeitet und veröffentlicht. Zuständige Behörden für Kontrolle und Beratung sind die Pflanzenschutzämter der Landwirtschaftskammer in den jeweiligen Bundesländern, vertreten durch Ordnungs-, bzw. Grünflächenämter in den Gemeinden.
Grundsätzlich dürfen Pflanzenschutzmittel auf allen gärtnerisch, landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Flächen ausgebracht werden, jedoch nicht auf Wegen und Plätzen. In Privatgärten dürfen nur Mittel mit dem Aufdruck “Für Privat- und Kleingarten-bereich zugelassen” verwendet werden. Jedoch muss man vor der Anwendung klären ob man sich nicht in einem besonders geschützten Gebiet, z. B. einem Wasserschutzgebiet, befindet, wo das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln noch stärker eingeschränkt erlaubt ist. Der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels ist auch nur gestattet, wenn die wirtschaftliche Schadensschwelle überschritten ist, das heißt, dass der zu erwartende Schaden höher ist als die Kosten für den Pflanzenschutzeinsatz.
In einem von mir behandelten Beispiel von Schädlingsbefall waren Stauden auf einer Fläche von 10m² mit Spinnmilben befallen. Als biologisches Mittel würde sich hier der Einsatz von Raubmilben anbieten, die die Spinnmilben vernichten und dann selbst eingehen würden. Der Einsatz von Raubmilben war allerdings nicht möglich, sodass ich ein geeignetes Spritzmittel aussuchen musste. Gegen Milben eignet sich der Einsatz von Akariziden. Aus dieser Gruppe habe ich mir das Mittel Magister 200 SC mit dem Wirkstoff Fenazaquin und einer Konzen-tration von 200g/l (18,3%) ausgesucht. Die Dosierung für das Mittel ist laut Herstellerangabe: 50ml/100 l Wasser, bei maximal 0,15ml/m². Das bedeutet, dass ich für meine Anwendung 1,5ml Magister auf 3,03l Wasser mischen musste. Dabei musste ich auch etliche Sicherheitsvorschriften beachten. Magister ist gesundheitsschädlich für den Menschen und das Tragen von Handschuhen, Schutzanzug und einer Maske sind beim Ausbringen vorge-schrieben. Für Fische und Fischnährtiere ist das Mittel giftig und sollte also nicht in Teichnähe angewendet werden. Für das Ausbringen habe ich eine Flox Senior Spritze benutzt, die beim Auslitern einen Verbrauch von 0,75l/10m² gezeigt hat. Das bedeutet, dass ich die Fläche in dieser Laufgeschwindigkeit 4 mal spritzen musste um die richtige Dosierung zu erzielen. Als die Spritze leer war habe ich sie noch einmal zu einem Zehntel mit Wasser gefüllt und den Inhalt über der Staudenfläche verteilt, damit die Rückstände des Spritzmittels größtenteils aus der Spritze ausgewaschen wurden. Eine weitere Reinigung war nicht notwendig, da diese Spritze nur für Akarizide verwendet wird. Nach dem Spritzen muss die Schutzausrüstung desinfiziert werden und dabei ist darauf zu achten dass zuerst die Maske und der Schutzanzug durch die Desinfektionslösung gezogen werden und man dabei die Handschuhe anlässt, diese erst zum Schluss auszieht und desinfiziert. Dann habe ich alles zum Trocknen aufgehängt und das Spritzmittel wieder in den dafür vorgesehenen Schrank eingeschlossen. Das Mittel hat gut gewirkt. Man konnte schon bald sehen, dass die Stauden wieder schädlingsfrei waren.

by S.S.

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