Kastanien Miniermotte

In den Jahren 1983/1984 wurde erstmals in Mazedonien ein Kleinschmetterling als Schädling der Rosskastanie festgestellt, der sich mittlerweile in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas ausgebreitet hat. Der Schmetterling, der zur Familie der Miniermotten gehört, ist auf Grund seiner Größe (die Länge der Vorderflügel beträgt nur etwa drei Millimeter) eher unscheinbar. Die deutsche Bezeichnung “Kastanienminiermotte” erklärt sich aus der befallenen Wirtspflanze (Kastanie); aus der Lebensweise der Larve (Minierer), die aus dem Zellgewebe der Blätter Gänge (Minen) herausfrisst; und aus der vereinfachten zoologischen Zugehörigkeit (Motte). Zur wissenschaftlichen Bezeichnung “Cameraria ohridella” sei erwähnt, dass in Europa am Namensgebenden Ohrider See (= ohridella) in Mazedonien die ersten Funde gemacht worden sind.
Innerhalb eines Jahres treten drei bis vier Generationen der Miniermotte auf, wobei die Flugzeiten der erwachsenen Tiere im Mai, Juli und September liegen. Die Falter sind relativ unruhig und fliegen vorwiegend im Sonnenschein unter den Kastanien. Die Ablage der anfangs durchsichtigen Eier erfolgt frei auf der Blattoberseite. Die Larvenentwicklung dauert zwischen 3 Wochen im Sommer und 5 Wochen im Herbst. Die Verpuppung erfolgt in einem Kokon in der Blattmine und dauert etwa 2 Wochen.

Schaden
Da es sich bei der Kastanienminiermotte um einen Blattminierer handelt, bleibt der Schaden auf die Blätter beschränkt. Die Blätter färben sich vorzeitig braun, rollen sich ein und fallen ab. Bei einem starken Auftreten können bis zu 90 Prozent des Blattbesatzes befallen werden Als Reaktion auf das Abfallen der Blätter kommen spätherbstlicher kurzfristiger Neuaustrieb und neue Blütenbildung vor. Ein Absterben von Kastanien ursächlich mit einem langjährigen Miniermottenbefall in Verbindung zu bringen ist derzeit umstritten. Wegen der massiven Schädigung der Roßkastanien muss die Kastanienminiermotte allerdings als eine ernst zu nehmende Gefahr angesehen werden.

Vorbeugung und Bekämpfung
Die Rosskastanienminiermotte wird kaum verschwinden, es sei denn, man fällt alle Roskastanien. Möchte man sich also auch in 20 Jahren noch im Sommer an grünen Kastanienbäumen erfreuen, müsste etwas getan werden. Vorläufig gibt es noch keine bewährten Bekämpfungsmöglichkeiten. Über die Entfernung des Herbstlaubes lässt sich der Befall eindämmen, da die Puppen im Blatt überwintern. Bekämpfungsverfahren mit chemischen Mitteln sind bisher aus verschiedensten Gründen unbefriedigend verlaufen. Vögel sind zwar natürliche Feinde der Kastanienminiermotte, werden aber nie in der Lage sein, die Unmengen an Larven und Puppen zu vernichten und die hohen Schädlingsdichten nachhaltig zu senken.

Sachgemäße Kompostierung des Laubes
In einfachen Komposthaufen wird nur ein geringer Teil der Puppen abgetötet. Es müssen also spezielle Kompostiermethoden entwickelt werden. So kann man ein Schlüpfen der Falter verhindern, indem man Komposthaufen, die Kastanienblätter enthalten, mit einer Erdschicht abdeckt, die das Ausschlüpfen der Falter verhindert. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Laubhaufen spätestens Ende März mit einer Plastikfolie abzudecken. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dann das halbzerfallene Laub der normalen Kompostierung zugeführt werden. Die Entfernung des gesamten Herbstlaubs ist sicherlich oft kaum durchführbar bzw. zu aufwändig. Dem Gartenliebhaber, der seine Kastanie schützen möchte, kann sie jedoch unbedingt empfohlen werden. Selbst wenn im Folgejahr immer noch Minen auf den Blättern erscheinen, so wird doch der starke Blattschaden reduziert und/oder in den Herbst hineinverlagert. Beim Entfernen des Laubs sollte man unbedingt darauf achten, dass nichts unter Büschen, Hecken oder an Mauern verbleibt!

Allgemeines:
Die Kastanienmoniermotte wurde erstmals 1984 in der Nähe des Ohrid-Sees (Mazedonien) gefunden und hat sich seither mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von etwa 60 – 70 km/Jahr über ganz Zentraleuropa ausgebreitet.

Kennzeichen:
Kleiner brauner Falter mit weißen Querstreifen.

Größe:
5 – 7 mm Flügelspannweite

Lebensraum:
Überall, wo es Roßkastanien gibt.

Entwicklung:
Das Weibchen legt etwa 40 Eier einzeln an der Blattoberseite ab. Nach dem Schlüpfen bohren sich die Raupen in das Blattinnere und leben dort in Hohlräumen, so genannten Blattminen. Zunächst ernähren sie sich von Pflanzensaft, später fressen sie auch Blattgewebe. Nach etwa einem Monat ist die Entwicklung abgeschlossen und die Raupen verpuppen sich in der Mine. Nach kurzer Zeit verlässt die neue Faltergeneration die Blätter. Es können sich 3 – 4 Generationen pro Jahr bilden. Die Puppen überwintern im abgefallenen Laub.

Futterpflanzen der Raupen:
Weißblühende Rosskastanie.

Verbreitung:
Zentraleuropa

Ordnung: Schmetterlinge
Familie: Miniermotten
deutscher Name: Kastanienminiermotte
wissenschaftlicher Name: Cameraria – ohridella

by M.K.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>