Pflanzenschutz (1)

Das Pflanzenschutzgesetz

Seit dem 27.05.1986 gibt es in Deutschland ein so genanntes Pflanzenschutzgesetz. Es legt bei dem Umgang mit Pflanzenschutzmittel einige Punkte fest. Z.B sind einige Krankheiten wie Feuerbrand meldepflichtig, damit eine weitere Verbreitung verhindert werden kann. Die Sachkundeverordnung sagt aus, das jemand erst einen Sachkundenachweis bekommt, wenn er die Abschlussprüfung zum Gärtner, Landwirt, Forstwirt usw. besteht. Menschen unter 16 Jahren ist der Umgang mit Pflanzenschutzmittel strengstens untersagt. Menschen ab 16 Jahren dürfen nur unter Anleitung eines Ausbilders Pflanzenschutzmittel benutzen, und Menschen über 18 Jahren nur mit einem Sachkundenachweis. Ein anderer wichtiger Punkt ist die Anwendung nach den Grundsätzen des “Integrierten Pflanzenschutzes“. Integrierter Pflanzenschutz bedeutet: _Kombination verschiedener Verfahren mit dem Ziel, chemischen Pflanzenschutz auf ein Minimum zu beschränken._ Ein weiterer Punkt in der Verordnung ist die Indikationszulassung, _ genaue Festlegung des Anwendungsgebietes. Ein wohl sehr wichtiger und sinnvoller Punkt ist die Bienenschutzverordnung. Sie legt genau fest, welches Mittel und zu welcher Zeit gespritzt werden darf. Auf jedem Mittel finden sich folgende Zeichen:

B1 - Bienengefährlich, darf nicht auf oder in die Nähe von Blüten gespritzt werden.

B2 - Bienengefährlich, ausgenommen bei Anwendung nach dem täglichen Bienenflug (Einbruch der Dämmerung) bis 23:00 Uhr, da es bis zum Nächsten Morgen abgebaut ist.

B3 - Bienen werden aufgrund der Art der Anwendung dieses Mittels nicht gefährdet.

B4 - Nicht Bienengefährlich. (Nach erfolgter Bienenprüfung)

Weiter finden sich noch andere Zeichen wie z.B. ein W was auf die Wasserschutzgebietauflage hinweist. Diese Mittel dürfen nicht in Wasserschutzgebieten angewendet werden. In oder an oberirdischen Gewässern ist die Anwendung von Pflanzenschutzmittel untersagt. Chemische Pflanzenschutzmittel dürfen nur auf landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen angewendet werden. Nicht zu diesen Flächen zählen Wasserschutzgebiete, Feldraine, Böschungen, Wege und Wegränder, Naturschutzgebiete usw. Neben der Sachkundigkeit des Anwenders wird auch eine Sachkundigkeit bei den Verkäufern solcher Mittel erwartet. Diese Mittel dürfen niemals unter Selbstbedienung bzw. durch Automaten auf den Markt gebracht werden. Seit der Einführung des Pflanzenschutzgesetzes von `86 ist die Zahl der angemeldeten Pflanzenschutzmittel zurück gegangen.

 

Pflanzenschutzmittel

Genannt werden alle Pflanzenschutzmittel Pestizide.

Es gibt 6 verschiedene Pestizide:
Insektizid – Mittel gegen Insekten
Fungizid – Mittel gegen Pilzkrankheiten
Acarizid – Mittel gegen Milben
Herbizid – Mittel gegen Unkräuter
Molluskizid – Mittel gegen Schnecken
Rodentizid – Mittel gegen Nagetiere

Weitere Fachbegriffe sind noch Pheromone – Sexuallockstoffe in Verbindung mit Klebefallen.
In Deutschland dürfen nur amtlich geprüfte Pflanzenschutzmittel verkauft bzw. verwendet werden. Ob ein Mittel zugelassen ist, sieht man an der Plakette vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. (Abb.2) Früher war es die Biologische Bundesanstalt BBA.
Auf jeder Packung befinden sich Gefahrensymbole (Abb.3), die für die Art der Anwendung ausschlaggebend sind. Sobald ein solches Gefahrensymbol auf der Packung ist, muss Schutzkleidung getragen werden.

Die Einzelnen Zeichen und ihre Bedeutung:

E – Explosionsgefährlich
F+ – Hochentzündlich
F – Leichtentzündlich
O – Brandfördernd
T+ – Sehr giftig
T – Giftig
Xn – Gesunheitsschädlich
Xi – Reizend
C – Ätzend
H – Umweltgefährlich

Aufbewahrt werden sollen diese Mittel nur in Originalbehälter, nicht zusammen mit Lebens- und Futtermitteln und in einem Giftschrank bzw. Giftraum. Der Schlüssel zu diesem Giftschrank sollte nur in der Hand des Verantwortlichen sein. Die Giftschränke müssen verschließbar sein, kühl und trocken sein, leicht zu reinigen sein und dürfen keine poröse Wandungen haben. Auch müssen sie gut be- und entlüftet werden können.

 

Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln

Bei der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln muss eine Schutzkleidung getragen werden. Eine solche Schutzkleidung sollte aus:

- einem atmungsaktiven Schutzanzug,
- Gummistiefel,
- Gummihandschuhe `Extra`,
- einer Vollmaske und
- einer Kopfbedeckung

bestehen. Die Vollmaske sollte einen Kombinationsfilter A2P3 enthalten. Dieser Filter kann bei der Ausbringung der meisten Pflanzenschutzmittel benutz werden. Bei der Benutzung solcher Filter ist dabei darauf zu achten, das die Lagerzeiten beachtet werden. Das Datum ist bei dem Ersteinsatz auf dem Filter zu vermerken. Auch die Einsatzstunden sind zu vermerken. Solche Filter sind geöffnet nur 6 Monate bzw. 12-15 Einsatzstunden haltbar. In der verschlossenen Originalverpackung sind sie 5 Jahre lagerfähig.
Noch wichtig bei der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmittel ist ein Spritztagebuch zu führen, sich die Verpackungshinweise durch zu lesen, nicht zu rauchen, nicht zu essen, keinen Alkohol trinken und auf den Wind zu achten.

by B.S.

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