Sitka Fichtenlaus

Aussehen und Lebensweise

Die ungefähr 2 mm große Sitkafichtenlaus, ist grün oder schmutzig-grün gefärbt und hat auffällige rote hervorstehende Augen.  Sie überwintert als ungeflügelte Laus oder als bräunlich schwarze Eier. Ab März/April schlüpfen die Larven, die nach etwa 3 Wochen fortpflanzungsfähig sind. Im Mai entwickeln sich auch geflügelte Weibchen, die für die Verbreitung der Läuse sorgen. Da im Juni/Juli die Population durch die höheren Sommertemperaturen, die Veränderung der Saftzusammensetzung der Siebröhren in der Pflanze, der Nahrungsmangel und dank der natürlichen Feinde zusammenbricht, kommt es im Sommer praktisch nie zu einer massenhaften Vermehrung. Im Herbst, ungefähr im Oktober, steigt das Aufkommen der Tiere wieder an. Erst im Oktober/Dezember treten sowohl die ungeflügelten Weibchen als auch die geflügelten Männchen in Erscheinung. Nach der Begattung legen die Weibchen ihre gelblich braunen Eier einzeln an die Nadeln oder auch seltener an die Zweigrinde. Die erwachsenen Tiere überwintern im Kroneninnern der Pflanze. In sehr milden Wintern kann es bereits in den Wintermonaten zu einer ungeschlechtlichen Vermehrung kommen. Dann werden keine Eier gelegt, sondern lebende Jungtiere  geboren. Besonders nach einem milden Winter ist mit einer Massenvermehrung  zu rechnen, weil die unbeflügelten Läuse überlebt haben und sofort mit der Vermehrung beginnen können. Auch der Witterungsverlauf des  Frühjahrs kann die Vermehrung beeinflussen. Bei starkem Befall sind oft auf einer Nadel bis zu 10 Läuse zu finden.

 

Schadbild

Die Sitkafichtenlaus hält sich im Allgemeinen in lichtgeschützten Bereichen auf. Deshalb verläuft der Befall der Bäume von innen nach außen und von unten nach oben. Sie besiedelt, anders als es sonst für Blattläuse typisch ist, zuerst die sonnenabgewandten alten Gehölzteile. Sie saugen überwiegend an den Unterseiten der Altnadeln. Durch den Saftentzug und durch die Abgabe von giftigem Speichel kommt es zur Schädigung der Nadeln. Dadurch ist für einen sichtbaren Schaden nicht so eine große Anzahl von Läusen erforderlich.  Die geschädigten Nadeln verfärben sich gelbgrün, anfangs auch als Bänderung erkennbar, verbräunen später und fallen dann ab.  Die abgestorbenen Nadeln werden im Sommer oft von “Staubläusen” oder “Flechtlingen” (wenige mm groß) besiedelt. Diese lausartigen Tiere verursachen jedoch keinen unmittelbaren Schaden, weil sie sich von den gleichfalls auftretenden Pilzen, Algen und Flechten ernähren. An den neuen Pflanzentrieben, die sich ab Mai entwickeln saugen die Läuse nicht, diese bleiben befallsfrei. Typisches Schadbild: In den unteren und mittleren Kronenbereichen vergilben die älteren Triebe und verkahlen mit der Zeit.  Bei mehrjährigem, stärkerem Befall sind besonders die älteren Bäume durch den ständigen Verlust der Assimilationsfläche nicht mehr in der Lage sich zu regenerieren. Sie verkahlen und sterben ab.  Der starke Schaden wiederholt sich alle 3-4 Jahre.  In warmen Gebieten können die Läuse den ganzen milden Winter über saugen. Besonders beliebt bei den Sitkafichtenläusen ist die Sitka-Fichte (Picea sitchensis)  aber auch andere Arten wie Blau-Fichte, (Picea pungens); Serbische Fichte, (Picea omorika).  die heimische Rot-Fichte (Picea abies) wird seltener geschädigt.  Tannen und andere Nadelgehölze werden offenbar nicht befallen.

 

Vorbeugende Maßnahmen

Besonders gefährdet sind Fichten auf zu feuchten bzw. zu trockenen, armen Böden, in windungeschützten Standorten. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung und optimale, regelmäßige Wasserversorgung (auch im Winter).

 

Natürliche Feinde

Maikäfer, Florfliege, Schlupfwespen Schwebfliegen
Eine fortgeschrittene Massenvermehrung können die Nützlinge nicht mehr aufhalten!

 

Gegenmaßnahme

Wichtig sind die Befallskontrollen, durch die sog. Klopfprobe, im Oktober/Dezember und März/Mai, die man am besten an den inneren unteren Zweige über einer hellen Unterlage (Papier oder weiße Tücher) durchführt. Sind Läuse aktuell da, sieht man sie dann auf dem weißen Papier. Die erwachsenen Läuse lassen sich leicht von den Nadeln abklopfen. Mit einer Lupe sind auch die Larven auf den Nadeln zu erkennen. Die Sitkafichtenlaus vermehrt sehr schnell, dadurch kann die Zeit zwischen den ersten Schadsymptomen und völligem Nadelverlust sehr kurz sein. Aus diesem Grund sollten die Klopfproben wöchentlich durchgeführt werden. Bereits bei nur wenigen Tieren (5 Stück) auf einem DIN-A4-Blatt ist eine Bekämpfungsmaßnahme angeraten. Bei einer Bekämpfung sollte man auf nützlingschonende Präparate zurückgreifen, um die natürlichen Feinde der Sitkalaus nicht zu gefährden. Im Haus- und Kleingärtenbereich (für Hobbygärtner wie für ausführende Firmen wichtig) dürfen ausschließlich Präparaten eingesetzt werden, die den Zusatz “Anwendung im Haus und Kleingartenbereich zulässig” tragen. Bei der Bekämpfung der Sitkafichtenlaus sind nur solche Präparate zugelassen, die eine Zulassung für diese Einzelindikation (Sitkafichtenlaus), für angrenzende Bereiche (Blattläuse/Nadelholz/Freiland) oder für übergreifende Anwendungen haben (Blattläuse oder Insekten/Zierpflanzen im Freiland). Die inneren Zweigabschnitte müssen gut mit Spritzbrühe benetzt werden, dabei ist die Gebrauchsanleitung natürlich genau zu beachten. Schädlingsfrei Naturen Austriebsspritzungen mit ölhaltigen Präparaten, bekämpft die überwinternden Stadien der Sitkalaus. verschiedene Ölprodukte wie Telmion oder Elefant-Sommeröl Ist der Schaden jedoch deutlich sichtbar, so kommt die Bekämpfung zu spät.

 

Resistenzzüchtung

Die Anfälligkeit schwankt zwischen den einzelnen Fichtenarten und auch innerhalb einer Art. Bei der Sitka-Fichte gibt es je nach Herkunft, oder auch auf Klonebene deutliche Unterschiede. Die Unterschiede im Resistenzverhalten liegen vermutlich an sekundären Inhaltsstoffen, den Saftzusammensetzungen oder auch den chemischen Strukturen der Nadeloberflächen. Diese Erkenntnisse sollen in Zukunft verstärkt bei den Neuzüchtungen beachtet werden. Nur langfristig sind hier Erfolge zu erwarten.

by M.K.

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