Vorbeugender Pflanzenschutz

Vorbeugen ist besser als heilen, dies gilt nicht nur für Mensch und Tier, sondern auch für Pflanzen. Vorbeugung gegen Krankheiten, Schädlingen und Verletzungen, sowie die Nützlingsförderung ist eine gute Voraussetzung für eine gesunde Pflanze.

Schon beim Pflanzen fängt es an, nämlich mit der Auswahl des richtigen Standortes. Pflanzt man eine Pflanze an einen für sie ungeeigneten Standort, hat sie keine guten Bedingungen sich voll zu entfalten und kräftig genug zu sein, Krankheiten und Schädlinge abzuwehren. Aus diesem Grund sollte man immer die Boden- und Nährstoff- und Standortansprüche einer Pflanze beachten.

Dazu gehören u.a.:

  • Standort: sonnig-schattig, windgeschützt, Stadt/Garten/Park …
  • Bodenbeschaffenheiten: z.B. sandig/durchlässig, lehmig/feucht, tiefgründig…
  • Nährstoffansprüche: z.B. humos, Nährstoffreich/-arm
  • pH-Wert: sauer, neutral oder alkalisch, kalkvertragend/-liebend/-meidend

 

Im Zweifelsfall sind die Gegebenheiten, wenn möglich zu verändern (z.B.   durch entsprechende Bodenbearbeitung, Düngung etc.) oder eine andere, für diesen Standort besser geeignete Pflanze zu wählen. Bei Unklarheiten über die Gegebenheiten, kann eine Bodenprobe sinnvoll sein.

Ist der Standort für die Pflanze geeignet, folgen nun die vorbeugenden Maßnahmen bei und nach der Pflanzung. Denn auch hier haben “Anwendungsfehler” Folgen:

Pflanzt man zu dicht, ist die Durchlüftung der Pflanzen schlecht – die Pflanzen trocknen schlecht ab – ein feuchtes Kleinklima bildet sich, was dazu führen kann, dass sich Pilze und Krankheiten bilden und Schädlinge auftreten. Des weiteren nehmen sich die Pflanzen gegenseitig Licht und Nährstoffe weg, so dass sie nicht artgerecht wachsen können, was sie wiederum anfällig für Schädlinge und Krankheiten macht.

Die Pflanzfläche kann nach der Pflanzung gemulcht werden. Dies bringt nicht nur Nährstoffe für die Pflanzen, sondern unterdrückt auch einen Großteil des Unkrautaufwuchses, welches auch von Krankheiten und Schädlingen befallen werden kann, die sich dann auf die Kulturpflanzen übertragen.

Des weiteren bietet der Mulch in der Schräge eingesetzt einen Erosionsschutz. So wird die Bodenoberfläche nicht durch Wind und Wasser abgetragen und somit Wurzeln der Pflanzen freigelegt. Der obere Boden trocknet nicht als Folge daraus aus und die Pflanze muss keinen Durst leiden (denn tieferes Wurzelwerk, um an Wasservorräte im Boden zu kommen, hat sie ja noch nicht).

 

Es ist auch anzuraten, Pflanzen, die gerne von bestimmten Schädlingen befallen werden, mit solchen zusammen zu setzen, die eine abschreckende Wirkung auf diesen Schädling haben. Beispiele: Die ätherischen Öle von Lavendel, bewahren Rosen vor Blattläusen. Ringelblume und Tagetes halten Nematoden fern.

Zur Unterstützung der Pflanzengesundheit kann gedüngt werden, allerdings ist darauf zu achten, dass man nicht überdüngt, was der Pflanze mehr schadet als ihr hilft. Am besten benutzt man organischen Dünger, wie Kompost, Hornspäne (reiner Stickstoffdünger) oder Hornmehl. Organische Dünger werden erst nach und nach von den Mikroorganismen im Boden zersetzt, so dass den Pflanzen die Nährstoffe nach und nach und insgesamt für einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt werden. Bei der Gabe von mineralischen Düngern ist das Risiko einer Überdüngung durch Anwendungsfehler höher.

Es empfiehlt sich, Nützlinge zu fördern, da diese die natürlichen Feinde der Schädlinge sind. Dies fängt mit der Pflanzung von einheimischen Gehölzen, die als Unterschlupf dienen und Frühblühern, die als erste Nahrungsquelle vor den Schädlingen dienen an, und geht mit dem Angebot von Nist- und Überwinterungsplätzen und Versteckmöglichkeiten weiter.

 

Beispiele

Überwinterungsplätze:
- hohle Stängel von Holunder, Brombeere oder Schilf sammeln, bündeln und aufhängen
- Holzkästchen mit Weizenstroh in 1,5 _1,8m Höhe für Florfliegen aufhängen

Versteckmöglichkeiten:
- Reisighaufen belassen
- Wände begrünen
- alte Ziegel ins Beet legen
- Laub- oder Astschnittmulch unter Hecken und Bäumen anlegen

Nicht nur, dass sie den Erstbefall der Schädlinge stark eindämmen, sie können durch ihr Fressverhalten auch eine Massenvermehrung im Sommer verhindern.

 

Einige der heimischen Nützlinge bei uns sind

gegen Blattläuse:
- Siebenpunkt-Marienkäfer
- Larven der Florfliege (auch gegen Thripse)
- schwarze Glücksspinne (auch Milben und kleine Fliegen)
- gemeiner Ohrwurm
- Waldblumen-Wanze
- Hain-Laufkäfer (auch Schnecken, Schneckeneier, Bodeninsekten (Puppen und Raupen)
- Blattlaus-Gallmücke (Parasit)
- Larven der Schwebefliege

gegen Spinnmilben:
- Pyri-Raubmilbe
- Waldblumen-Wanze (auch kleine Raupen)
- Blattlaus-Gallmücke (Parasit)
- Larven der Florfliege

by K.S.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>