Rasenansaat (3)

Wenn man eine Rasenfläche neu anlegen will, muss man sich als erstes mit dem anstehenden Boden auseinandersetzen. Der optimale Boden für eine Rasenfläche ist ein sandiger Lehmboden mit einem pH-Wert zwischen 5,6 und 7,2, also ein schwach saurer Boden. Eine Rasenfläche ist keine natürliche Vegetation, wie sie in der Natur vorkommt, sondern ist die künstlichste vom Menschen geschaffene Vegetation, die es gibt. Deswegen ist es nötig dem Rasen auch die Bodenfläche künstlich anzupassen. Der Boden wird gefräst, dabei wird die Bodenstruktur zerstört und das Bodenleben verhindert. Es kann sich also kein neuer Humus bilden. Das ist zum einen gut für den Rasen selbst, zum anderen wird dadurch das Wachstum von Wildkräutern eingeschränkt. Der hohe Tonanteil in dem sandigen Lehm hält die Nährstoffe gut fest und ermöglicht somit eine langfristige Düngung des Rasens. Gleichzeitig speichert der Lehm Wasser, sodass die Gefahr einer schnellen Austrocknung des Rasens eingedämmt ist und der erhöhte Sandanteil im Boden sorgt für einen guten Lufthaushalt. Hat man also diese Bodenbedingungen geschaffen kann man beginnen die Fläche für die Einsaat vorzubereiten. Zunächst stellt man ein Grobplanum her: Falls nötig bringt man am besten jetzt Dünger und Kalk auf den Boden auf, damit dieser gleich eingearbeitet werden kann; dann fräst man die gesamte spätere Rasenfläche. Dabei wird der Boden und alles, was man hinzugegeben hat um einen sandigen Lehm herzustellen, noch einmal gut gemischt, die Krümelstruktur wird zerstört und somit das Bodenleben vernichtet. Dann harkt  man die ganze Fläche. Dabei sortiert man allen gröberen Unrat raus, wie zum Beispiel Steine, Wurzeln, Bauschutt etc. und harkt die Fläche so, dass sie nachher möglichst eben ist. Je nachdem wie der Boden beschaffen ist muss man eventuell dann noch einmal fräsen und harken um ein geeignetes Grobplanum herstellen zu können. Als nächstes wird der Boden ausreichend lange gewalzt um ihn wieder zu verdichten, damit spätere Sackungen vermieden werden. Der jetzt wieder verdichtete Boden wird erneut geharkt um das Feinplanum zu erstellen. Der Boden muss solange abwechselnd geharkt und gewalzt werden, bis eine ausreichend ebene Fläche für die Einsaat des Rasens geschaffen worden ist. Als letzten Schritt vor der Einsaat zieht man eine Rille am Rand der Rasenfläche. In dieser Rille werden später beim Einsähen mehr Samen aufgenommen. Dadurch ist der Rassen an der Kante schneller dicht und bildet eine stabilere Grasnarbe, so dass man früher die Rasenkanteendgültig abstechen kann. Durch Einsaat von Rasansamen bekommt man nämlich eigentlich nie zu Hundert Prozent die letztendlich gewünschte Form der Rasenfläche hin. Man muss immer später die Kante noch einmal abstechen, damit diese auch nicht so ausgefranst aussieht. Jetzt kann man schließlich den Rasensamen ausbringen. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass man sich für die richtige Regelsaatgutmischung (RSM) entscheidet, damit der Rasen auch den späteren Belastungen standhält, bzw. den Ansprüchen des Kunden genügt. Die am meisten verwendete Mischung ist der Gebrauchs- und Spielrasen, die RSM 2.3 (nach DIN 18917 Strapazierrasen). Die Anzahl der Rasensamen, die auf einen Quadratmeter ausgebracht werden variiert sehr stark je nachdem welche Rasenmischung man hat. In der Regel säht man ca. 25 g Rasensamen pro Quadratmeter. Eines der kleinsten Rasensamenkörner ist Agrostis tennis mit ca. 16000 Korn/g und eines der größten Festuca rubra mit ca. 1000 Korn/g. Je nach Mischung hat man also doch einen erheblichen Unterschied in der Anzahl der Körner, die auf einem Quadratmeter ausgebracht werden. Wenn das Saatgut aufgebracht ist wird es eingeigelt für einen guten Bodenschluss und als Schutz vor Wind. Danach wird die Fläche noch einmal gewalzt um einen noch besseren Bodenschluss herzustellen. Durch den Bodenschluss wird de Samenschale feucht gehalten und beginnt zu quillen. Dadurch kann Sauerstoff ans Nährgewebe gelangen und der Atmungsprozess startet. Das Nährgewebe wird veratmet bis der Keimling ans Licht gelangt und die Rasenfläche entwickelt sich. Zur Erstellung einer Rasenfläche gehört natürlich noch die Fertigstellungspflege: Man ist als Gärtner für die Rasenfläche so lange zuständig, bis man eine geschlossene Grasnarbe erreicht hat. Man führt auch den ersten Schnitt durch bevor man den Rasen dem Kunden übergibt. Es gehören aber auch eventuelles düngen, nachsähen und die ausreichende Wasserversorgung des Rasens zur Fertigstellungspflege.

by S.S.

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