Rasenflächen anlegen

Rollrasen bietet eine gelungene Alternative zur herkömmlichen Ansaat von Rasen, der einzige Unterschied besteht darin, dass man die Veränderung der Optik im Garten bei der Verwendung von Rollrasen sofort erkennen kann, da dieser sofort im satten grün erstrahlt. Bei der normalen Rasenansaat ist es so, dass man zu Beginn keine große Veränderung der Fläche erkennen kann, da sie die gleiche Farbe und Form behält wie nach dem Planum.

Egal ob man sich nun für Rollrasen oder für die Rasenansaat entscheidet sind zunächst einmal die gleichen Vorbereitungen zu treffen. Gehen wir einmal davon aus, dass wir den Garten eines Neubaus komplett neu anlegt und nichts in dem Garten vorhanden ist. Man lässt sich also einen guten Oberboden liefern oder transportiert in selbst zur Baustelle, dann planiert man diesen Oberboden grob mit dem Bagger oder einer Schaufel ein, je nach Größe des Gartens. Nun sollte man den Boden sacken lassen, dies ist am besten möglich wenn es regnet oder wenn man in Trockenperioden den Sprenger laufen lässt um dem Oberboden Wasser zuzuführen. Sobald der Oberboden in sich zusammen gesackt ist, lockert man den Oberboden mit einer Fräse auf und sammelt Fremdkörper und schlecht verrottbare Pflanzenteile raus, da sie beim späteren Anlegen des Planums stören würden. Jetzt wo der Oberboden gelockert ist macht man sich mit einer Alu-Harke daran ein Planum zu erstellen, wobei man beim Planieren des Bodens darauf achten sollte dass man möglichst auf jede Stelle tritt, um eine allzu großes Absacken des Bodens zu verhindern. Das Planum sollte ausserdem noch im Idealfall ein leichtes Gefälle vom Haus weg haben, damit das Regenwasser später nicht auf der Fläche steht. Ist das Planum erst einmal erstellt hat man bereits den schwierigsten Part der Arbeit hinter sich. Als nächstes walzt man mit einen Glattwalze den Oberboden an, damit ein Kapillarschluss im Oberboden entsteht, das heißt die Kapillaren sollen sich schließen, damit sie besser das Wasser speichern können und die Wurzeln damit versorgen können.

Nach dem Anwalzen folgen nun spezifische Arbeitsschritte für den Rollrasen bzw. die Rasenansaat.

Rollrasen

Das Planum ist jetzt angewalzt und sollte nun bevor der Rollrasen verlegt wird noch einmal ein wenig mit der Alu-Harke aufgekratzt werden, damit zum einen noch vorhandene Löcher im Planum verdeckt werden und damit die Wurzeln eine bessere Chance haben im Boden anzuwachsen. Man verlegt nun den Rollrasen wobei darauf zu achten ist, dass man keine Kreuzfugen einbaut und dass man sich Schaltafeln oder Bohlen auslegt, über die man läuft, da das betreten des Rasens vermieden werden sollte um ihn nicht zu schädigen und damit keine Löcher im Planmu entstehen. Durch die Bretter erreicht man eine Verteilung des Gewichtes auf eine größere Fläche, so dass kein Schaden entsteht.
Ist der Rollrasen nun verlegt sollte man ihn mit der Glattwalze noch diagonal zur Verlegerichtung anwalzen, da man so eine Verschieben der einzelnen Bahnen fast komplett ausschließen kann und damit der Kontakt zwischen dem Rasen und dem Oberboden hergestellt wird. Nach dem Anwalzen wird der Rasen noch gut gewässert, als kleine Hilfe kann man hier beim wässern ab und an mal eine kleine Ecke einer Bahn anheben und kontrollieren ob das Erdreich unter dem Rasen trocken ist oder nicht. Der Rasen sollte jetzt ca. zwei Wochen lang nicht betreten werden und dann erst einmal abgemäht werden bevor er richtig genutzt wird. Wichtig ist es bei der Fertigstellungspflege darauf zu achten, dass der Rasen immer ausreichend gewässert wird um ein Verbrennen zu vermeiden und das Wurzelwachstum anzutreiben, auch hier kann man ab und an mal eine Ecke einer Bahn anheben um zu kontrollieren inwiefern der Rasen schon Wurzeln gebildet hat und angewachsen ist.

Rasenansaat

Auf dem angewalzten Planum werden nun mit einer Sämaschine oder per Hand die Grassamen ausgebracht, die Menge beläuft der Grassamen beläuft sich immer auf ca. 25g/m². Die für die gesamte Fläche benötigte Menge an Grassamen wird kurz vor dem Ausbringen noch einmal nachgemischt, da sich sonst schwerere Grassamen am Boden absetzen und es auf der Fläche einige farbliche Unterschiede geben könnte. Die gesamte Menge wird nun halbiert und die erste Hälfte wird auf der ersten „Tour” ausgebracht. Die zweite Hälfte der Grassamen wird nun quer zur ersten Tour hin verstreut wodurch eine gleichmäßige Verteilung der Grassamen gewährleistet wird. Die Samen werden nun in die Fläche eingearbeitet, was am besten mit einer Igelwalze oder einer Harke funktioniert. Arbeitet man bei diesem Schritt mit einer Harke so sollte man beachten, dass Gräser zu den Lichtkeimern gehören und daher nur ca. 0,5 – 1,0cm tief eingearbeitet werden sollten. Nach dem Einarbeiten der Samen sollte die Fläche noch einmal abgewalzt werden, damit der Kontakt zwischen Samen und Boden erstellt wird und ein Kapillarschluss entsteht. Sinnvoll ist es auch am Rand der Fläche ein paar Schnurnägel mit Flatterband aufstellen damit Vögel von der Fläche ferngehalten werden und die Grassamen nicht wieder herausgepickt werden. Nun sollte die Fläche immer ausreichend gewässert werden und bereits nach ein paar Tagen sind die ersten Früchte der Arbeit zu sehen, wenn der Rasen sprießt.

Für die Rasenansaat auf größeren Fläche eignet sich hervorragend der Einsatz einer Rasenbaumaschine, die die vier oben genannten Arbeitsschritte der Rasenansaat in einem Durchgang erledigt. So lassen sich je nach Arbeitsbreite der Maschine laut Herstellerangaben von Sembdner zwischen 1000 und 3000m² pro Stunde bearbeiten und fertig stellen.

Die Arbeitsrichtung der Rasenbaumaschine auf dieser Abbildung wäre von links nach rechts, wobei die Walze ganz rechts, also ganz vorne das Planum anwalzt. Direkt dahinter, also zwischen Igelwalze und der ersten Glattwalze ist der Auswurf für die Rasensamen, die von der danach folgenden Igelwalze in den Boden eingearbeitet werden. Die letzte Walze an der Maschine sorgt für den Kapillarschluss, also somit für die Ausreichende Wasserversorgung der Rasensamen/-wurzeln aus dem Boden heraus.

by A.W.

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