Dachbegrünung

Durch den stark voranschreitenden Bau von Wohnsiedlunge, Industrie- und Gewerbegebieten wird der Boden fast unwiderruflich versiegelt. Somit gibt es negative Auswirkungen für die Umwelt. Grünflächen werden zerschnitten und auch vernichtet. In dicht besiedelten Innenstädten macht die Zupflasterung dem Grün furchtbar zu schaffen. Die Natur ist aus den Gebieten nahezu verschwunden, bzw. auf ökologisch unbedeutende Reste zusammengeschrumpft. Bei intensiver Sonneneinstrahlung herrscht hier fast wüstenartiges Klima. Besonders an windstillen Tagen kann sich dann in einer Höhe von 30 – 100 m eine Dunstglocke bilden, die den notwendigen Luftaustausch mit der Umgebung verhindert. Das führt dazu, dass es in den Bodennahen Luftschichten zu einer starken Erhöhung der Schadstoffkonzentration kommt (Smogalarm!). Auch führt die Oberflächenversiegelung dazu, dass Regen nicht mehr in den Boden eindringen kann. Die Folge ist ein beschleunigter Abfluss ins Kanalnetz, wodurch es zu einer Verminderung der Grundwasserneubildung und Reduzierung der Verdunstungsrate kommt. Weitere Folgen sind hohe Kosten für Bau und Unterhaltung ausreichend großer Kanäle, Kläranlagen, Abwasser- und Rückhalteeinrichtungen. Bei starken Regenfällen sind diese jedoch meist überfordert und es kommt zu Hochwasser. Die Menschen versuchen den Städten dadurch zu entfliehen, indem sei aufs Land fahren. Dies wiederum führt jedoch zu weiteren Flächenversiegelungen und starken ökologischen Belastungen in Stadtnahen Gebieten und Stadträndern.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Begrünung von Dächern immer mehr an Bedeutung. Somit kann ein gewisser Ausgleich zu den, durch Überbauung, verloren gegangenen Flächen geschaffen werden.

 

Anforderungen an das Bauwerk

Zuerst muss der gesamte Dachzustand gründlich begutachtet werden. Voraussetzung ist ein gemäß der „Flachdachrichtlinien” abgedichtetes Dach mit ausreichender Tragkraft (Statik). Gegebenenfalls sollte bei der Erstellung der Dachabdichtung mit einem Dachdecker-Meisterbetrieb zusammengearbeitet werden. Fachgerechte Arbeiten schützen vor hohen Folgekosten, die mitunter durch langjährige unbemerkte Feuchtigkeitsschäden entstehen können. Abgesehen davon sollte das Dach auf seine Tragfähigkeit untersucht werden, da eine Dachbegrünung zusätzliches Gewicht mitbringt.

 

Aufbau der Vegetationsfläche

Es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit Pflanzen auf einem Dach wachsen können. Die benötigen ein Substrat, in dem die sich mit ihren Wurzeln verankern können, das sie mit aufrechenden Mengen von Wasser und Nährstoffen versorgt und auch nicht zu schwer für das Dach ist, gleichzeitig aber vor Staunässe schützt. Ebenso muss gewährleistet sein, dass kein Schaden an Dach oder Dachhaut durch Wurzelwachstum entsteht. Durch die zusätzliche auflast darf die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion auch nicht überschritten werden. Aus diesen Forderungen heraus lässt sich ein grundsätzlicher Schichtenaufbau ableiten:

- Vegetationsschicht (Substrat)
- Filterschicht (Filtervlies)
- Dränschicht (Dränmatte, Schüttstoff, Dränageformteil)
- Wasserspeicher (Wasserspeichermatte)
- Durchwurzelungsschutz (Wurzelschutzfolie)
- Trennlage
- Dachabdichtung (Bitumen oder Kunststoff)

Nach der Intensität der Dachbegrünung kann zwischen Extensiv- (Abb.2) und Intensivbegrünungen (Abb.1) unterschieden werden. Kennzeichen einer extensiven Begrünung sind nur wenige Zentimeter dicke Substrate mit entsprechend anspruchlosen Pflanzen. Extensive Begrünungen sind relativ kostengünstig zu erstellen und benötigen kaum Pflege. Je intensiver hingegen die Begrünung, d.h. je anspruchsvoller die verwendeten Pflanzen sind, desto höher sind die Anforderungen an die Vegetationstragschicht. Entsprechend hoch ist auch der Aufwand für Herstellung und Unterhaltung.

 

Bepflanzung

Zur Begrünung von Dächern eignen sich im Prinzip alle Pflanzen, vorausgesetzt Schichtaufbau, Tragfähigkeit und Standortbedingungen stimmen. Bei größeren Gehölzen kann die Standfestigkeit durch Befestigungen mit Rostbeständigen Nachspannervorrichtungen versehenen Stahlseilen am Bauwerk (Randeinfassung, Mauern, etc.) erfolgen. Man kann auch größere Steine auf den Wurzelballen legen, aber das bedeutet eine größere Gewichtsbelastung. Bei ausreichender Schichtdicke sind auch Unterflurverankerungen möglich.

Kurz und gut; mit jeder Dachbegrünung sind wir dem Ausgleich der Verloren gegangen Grünflächen wieder ein Stückchen näher gekommen.

by B.S.

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