Extensive Dachbegrünung

Einleitung

Die Begrünung von Dächern gewinnt im Bereich der Gartengestaltung und des Gartenbaus eine immer größere Bedeutung aufgrund der zunehmenden Zahl der gebauten Tiefgaragen und Flachdächern.
Neben einer optischen Verschönerung bringt die Dachbegrünung noch zahlreiche Vorteile. Die begrünten Dachflächen isolieren z. B. das bedeckte Gebäude, halten das Niederschlagswasser zurück und vermehren die Vegetation.

 

Aufbau der Extensivbegrünung

Materialbedarf

Es existieren verschiedene Modelle, die den Dachaufbau bei einer Extensiv-begrünung darstellen, die sich hauptsächlich anhand der Wasserableitung und Wasserspeicherung unterscheiden.
Im Folgenden soll ein grundsätzliches Modell – ein von unserer Firma durchgeführter Aufbau, welcher die notwendigen Schichten berücksichtigt – dargestellt werden. Hierzu werden diese Materialien benötigt:

  • Trenn- und Schutzmatte TSM 32 (unverrottbare Synthesefasermatte aus Polyester); Verwendung als Schutzlage über der Wurzelschutzfolie oder Dachdichtungen; Gewicht: ca. 350g/m2; Wasserspeicherkapazität: ca. 3 l/m2
  • Floradrain FD 25 (Drainage-Formteil aus tiefgezogenem Recycling-Polyethylen, mit Wasserspeichermulden, Öffnungen zur Belüftung und Diffusion sowie unterseitigem, durchgehenden Kanalsystem)
  • Systemfilter TG (thermisch verfestigtes Filtervlies aus Polyprophylen/Polyethylen); Gewicht: ca. 190g/m2
  • Extensiv-Dachgartensubstrat Typ VULKAPLUS 2-12mm, blasbar

 

 

Aufbau

Auf dem Dach wird zuerst ein Dachaufbau mit wurzelfester Abdichtung erstellt. Diese Abdichtungsarbeiten werden in der Regel nicht vom Gärtner, sondern vom Dachdecker ausgeführt. Im Folgenden beginnen die Arbeitsschritte des Gärtners.
Sollte der Dachaufbau keine wurzelfeste Abdichtung haben, wird eine Wurzelschutzfolie (WSF 40) aufgebracht, die die Dachabdichtung vor Verletzungen durch Wurzeln schützt.
Auf die Wurzelschutzfolie wird das Vließ TSM 32 (350g/m2) in Bahnen mit einer Überlappung von ca. 15 cm aufgebracht.
Die nächste aufzubauende Schicht ist die Dränschicht, die den Abfluß des Wassers aus der Vegetationsschicht sichert. Hierzu wird das Drainage-Formteil `Floradrain FD 25´ verwendet. Die Verlegung dieser Drainage-Formteile erfolgt mit einer Noppenreihe Überlappung. Um eine Verstopfung der Porenvolumina dieser Schicht mit Schwämmpartikeln aus der darüberliegenden Vegetationstragschicht zu verhindern, muß zwischen beide eine sogenannte Filterschicht eingebaut werden. Hierzu wird das Systemfiltervlies TG (190g/m2) verwendet. Das auf Rollen angelieferte Vlies wird in Bahnen auf der Drainschicht ausgerollt. Um ein Durchdringen des Substrats in die Filterschicht vollkommen zu verhindern, sollten sich die einzelnen Vliesbahnen ca. 15 cm überlappen.

Die oberste Schicht bei einer Dachgartenanlage ist die Vegetationstragschicht, deren Dicke zum einen von der Tragfähigkeit des zu begrünenden Daches und zum anderen von der Art der gewählten Begrünung abhängt. Da bei einer extensiven Dachbegrünung kleinere Pflanzen ohne ein stark ausgeprägtes Wurzelwerk verwendet werden, reicht hier häufig eine Dicke von ca. 10 cm.
Das hier verwendete Substrat ist Vulkaplus 2/12 extensiv blasbar. Es bestehen aber auch zahlreiche Möglichkeiten dieses Substrat durch Zusätze von mineralischen und organischen Bestandteilen zu verändern. Zur Erhöhung des Porenvolumens und zur Reduzierung des Gewichts dieser Schicht kann auch bis zu 20% Füllmaterial, wie z. B. Styromull, beigemischt werden. Verwendet man grobkörnige Substrate (wie z. B. Extensiv-Fertigsubstrate) kann auf eine gesonderte Dränschicht verzichtet werden. Allerdings erhöht sich bei dieser Variante die Gefahr von Staunässe. Das Substat wird bei größeren Mengen direkt vom LKW über Schläuche mit Druckluft auf das zu bedeckende Dach geblasen.

Bei extensiv begrünten Dachflächen werden Pflanzen verwendet, die unter z. T. extremen Bedingungen mit einem minimalen Pflegeaufwand gedeihen. Besonders wichtig ist die Fähigkeit der ausgewählten Pflanzen auch längere Trockenperioden ohne Schäden zu überstehen. Daher verwendet man Pflanzen, die entweder einen geringen Wasserbedarf haben oder aber die Fähigkeit besitzen, Wasser über einen längeren Zeitraum zu speichern. Geeignet sind u. a. Sedum-, Sempervivum-, Thymus, Festuca- und Hieracium-Arten. Dabei wird von einer Pflanzendichte von 15 Stück je m2 ausgegangen.

 

Schlußbemerkung

Die Extensivbegrünung ist die einfachste und pflegeleichteste Art der Dachbegrünung. Sie ist daher optimal geeignet für die Begrünung von Industrieanlagen. Neben der Extensivbegrünung gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, Dächer zu begrünen. Aber auch das Verlegen von Platten (auf die Dränschicht) und die Anlage von Holzterrassen und -wegen sind einige von vielen Variationen bei der Gestaltung von Flachdächern.

by A.H.

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