Wildkräuter

Ganz viele Menschen nennen die Pflanzen, die ungewollt in Beeten wachsen, Unkräuter. Dieser Name ist aber nicht so ganz zutreffend, denn diese ungewollten Pflanzen heißen eigentlich Wildkräuter.  Wildkräuter sind ein ungewollter Aufwuchs in Beeten oder in Grünanlagen. Auch der Begriff „unerwünschte Beikräuter“ wird verwendet. 

Der Aufwuchs muss entfernt werden, weil er den Hauptpflanzen Wasser und Nährstoffe entzieht und der Anlage ein ungepflegtes Erscheinungsbild gibt.

Woher sie kommen? Das ist schwer zu sagen. Teils sicher aus der Natur, wenn Samen per „Luftpost“, von Tieren oder beim Spaziergang mit den eigenen Schuhsohlen befördert werden. Teils werden sie aber auch eingeschleppt aus anderen Gärten beim Pflanzentausch oder aus Gärtnereien und Baumschulen (und anderen Pflanzen-Anbietern).

Bei frisch erworbenen Pflanzen ist es also durchaus sinnvoll, vor dem Einpflanzen in den (eigenen) Garten vorsichtig so viel Erde wie möglich abzutragen, zumindest jedoch die oberste Schicht im Pflanztopf oder auf dem Wurzelballen.

Deshalb passiert es auch so oft, dass nach Grabarbeiten urplötzlich Pflanzen da sind, die man schon lange aus dem Garten eliminiert geglaubt hatte. Keine gejäteten Pflanzen liegen lassen, weil sie durch die Feuchtigkeit des nachts fallenden Taus wieder anwachsen können. 

Man unterscheidet Wurzelunkräuter und Samenunkräuter, also korrekt: Wurzelwildkräuter und Samenwildkräuter.

Vermehrung der Samenwildkräuter: 

Samenwildkräuter vermehren sich durch Samen. Wenn die Pflanze zum Blühen kommt, entsteht in der Folge der Samen, der sich durch Wind im ganzen Garten verteilen kann. 

Wie geht man dagegen vor?

  1. Mechanisch:

Sobald man sehen kann, das etwas wächst, sollte man es gleich entfernen. Am besten mit der Wurzel. Spätestens wenn die Pflanze eine Blüte gebildet hat, sollte sie aus dem Beet geholt werden. Das beste Werkzeug dafür ist ein Unkrautstecher.  Wenn man jedoch die Pflanze solange nicht jätet, bis sich Blüten und dann Samen bilden, kann sie sich wieder weiter vermehren. Manche Samen können sogar nach Jahrzehnten noch keimen.  

  1. Chemisch: 

Es gibt verschieden Firmen, die Chemische Mittel zur Beseitigung, von unerwünschten Pflanzen anbieten. Die Firma Neudorf bietet z.B. Finalsanprodukte an, deren Wirkstoff Pelargonsäure ist. Das Mittel ist biologisch abbaubar. 

  1. Thermisch: 

Thermisches Vorgehen bedeutet: Man bearbeitet den Boden mit heißem Dampf, überschüttet ihn mit heißem Wasser oder flammt ihn oder eben auch einen Pflasterboden mit heißer Flamme ab. Nachteil: Hierbei werden die oberen Pflanzenteile vernichtet, aber aus den unversehrten Wurzeln kann neues Unkraut entstehen.

Vermehrung der Wurzelwildkräuter:

Diese vermehren sich durch Wurzelläufer, wenn man die Wurzel mit dem Spaten teilt und sie nicht rausholt, wächst eine neue Pflanze daraus. Das gleiche geschieht durch Hacken.

 

Wie geht man dagegen vor?

  1. Mechanisch:

Gegen Wurzelwildkräuter hilft nur eines: Graben, falls es sein muss, bis Australien, denn leider wurzeln die Pflanzen sehr tief. Und sie machen Ausläufer nach links und rechts, durch den Garten. Geeignete Werkzeuge sind: Spaten, Grabgabel und die Hände.

Am besten ist es ein feuchter Boden.

  1. Chemisch:

Es gibt verschiedene Pflanzenschutzmittel, die man einsetzen kann: Roundup (Glyphosat), VOROX Gierschfrei, Loredo Universal Rasenunkrautfrei und Langzeit-Unkrautfrei Permaclean und dergleichen.

  1. Thermisch:

Zwischen 50-70 °C wird das Eiweiß in den pflanzlichen Zellen zerstört und die Pflanze stirbt bald darauf ab. Was dagegen hilft, Abflammgerät, Infrarotbrenner, Heißluftgebläse.

 

      

Hier einige Beispiele:

Samenwildkraut Wurzelwildkraut
Vogelmire- 

Stellaria media

Acker Winde-

Convolvulus arvensis

Knöterich-

Persicaria maculosa

Löwenzahn-

Taraxacum sect. Ruderalia

Hitentäschel-

Capsella bursa-pastoris

Giersch-

Aegopodium podagraria

Kornblume-

Centaurea cyanus

Acker-Kratzdistel-

Cirsium arvense

Franzosenkraut-

Galinsoga parviflora

Brennessel-

Urtica dioica subsp. dioica

Acker-Gauchheil-

Anagallis arvensis

Quecken-

Elymus repens

Garten-Schaumkraut-Cardamine hirsuta Schachtelhalm-

Equisetum arvense

Kohl-Gänsedistel-

Sonchus oleraceus 

Wegerich-

Plantago major subsp. major

Hornfrüchtiger Sauerklee- Oxalis corniculata Hahnenfußgewächse-

Ranunculus repens

Purpurrote Taubnessel-Lamium purpureum Gundermann-

Glechoma hederacea

by T.G.L.